Schwedischer Vallhund
Kompakter, intelligenter und ausgesprochen temperamentvoller schwedischer Hüte- und Treibhund mit kurzen Beinen und wolfsähnlichem Ausdruck. Der Schwedische Vallhund ist trotz seiner geringen Größe ein robuster Arbeitshund mit hoher Ausdauer, Wachsamkeit und Lernfähigkeit. Er eignet sich hervorragend für aktive Menschen und Familien, die Freude an Training, Hundesport und gemeinsamen Unternehmungen haben.
Auf einen Blick
Passt diese Rasse zu mir?
Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Schwedische Vallhund ist intelligent, lebhaft, selbstbewusst und ausgesprochen aufmerksam.
Zu seiner Familie entwickelt er meist eine enge Bindung und möchte aktiv am Alltag teilnehmen.
Er gilt als fröhlicher und häufig humorvoller Hund mit viel Persönlichkeit.
Seine geringe Körpergröße darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein echter Arbeitshund ist.
Der Vallhund besitzt einen ausgeprägten Wach- und Meldeinstinkt und kommentiert ungewöhnliche Ereignisse gerne mit seiner Stimme.
Gegenüber fremden Menschen zeigt er sich häufig freundlich bis zunächst aufmerksam.
Seine Vergangenheit als Treibhund sorgt für Selbstständigkeit, Mut und erstaunliche Durchsetzungsfähigkeit.
Haltung & Auslastung
Der Schwedische Vallhund benötigt deutlich mehr Bewegung, als seine kurzen Beine zunächst vermuten lassen.
Er ist ausdauernd, beweglich und arbeitsfreudig.
Sehr gut eignen sich Rally Obedience, Obedience, Hoopers, Nasenarbeit, Mantrailing, Treibball und Tricktraining.
Auch längere Wanderungen sind für einen gesunden Vallhund gut geeignet.
Bei Sportarten mit vielen hohen Sprüngen sollte aufgrund seines langgestreckten Körperbaus vernünftig trainiert werden.
Besonders wichtig ist geistige Beschäftigung. Der intelligente Vallhund möchte Aufgaben lösen und mit seinem Menschen zusammenarbeiten.
Erziehung & Training
Der Vallhund besitzt eine sehr schnelle Auffassungsgabe und arbeitet normalerweise gerne mit.
Positive Verstärkung und abwechslungsreiche Trainingseinheiten passen hervorragend zu ihm.
Gleichzeitig ist er selbstbewusst genug, inkonsequente Regeln schnell zu erkennen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient seine Bellfreude. Als Hof- und Arbeitshund war akustisches Melden durchaus erwünscht.
Auch das traditionelle Treibverhalten kann im Alltag sichtbar werden. Manche Hunde versuchen beispielsweise, schnelle Bewegungen von Menschen oder anderen Tieren zu kontrollieren.
Frühzeitige Impulskontrolle, zuverlässiger Rückruf und Ruhetraining sind daher sinnvoll.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Schwedische Vallhund gilt grundsätzlich als robuste und vergleichsweise langlebige Hunderasse.
Eine besonders relevante erbliche Erkrankung ist jedoch die Vallhund-Retinopathie.
Dabei handelt es sich um eine progressive Erkrankung der Netzhaut, die das Sehvermögen beeinträchtigen und in schweren Fällen zur Erblindung führen kann.
Für die entsprechende genetische Variante steht ein DNA-Test zur Verfügung.
Auch Hüftgelenksdysplasie (HD) kann innerhalb der Rasse auftreten.
Weitere Augenuntersuchungen sind ebenfalls sinnvoll.
Aufgrund seines länglichen Körperbaus sollte außerdem auf gesundes Gewicht und angemessene körperliche Belastung geachtet werden.
Herkunft & Geschichte
Der Schwedische Vallhund stammt aus Schweden und besitzt eine lange Tradition als Bauern-, Hüte- und Treibhund.
Besonders eng wird seine Geschichte mit der schwedischen Region Västergötland verbunden.
Die Hunde wurden zum Treiben von Rindern eingesetzt und erfüllten gleichzeitig verschiedene Aufgaben auf Bauernhöfen.
Ihre geringe Höhe war bei der Arbeit durchaus von Vorteil.
Ähnlich wie andere Heeler konnten sie Rinder im Bereich der Hinterläufe kontrollieren und anschließend schnell den ausschlagenden Hufen ausweichen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging der Bestand stark zurück.
In den 1940er-Jahren begann eine gezielte Rettung der Rasse.
Besonderheiten
Der ursprüngliche schwedische Name Västgötaspets lässt sich sinngemäß als „Spitz aus Västergötland“ übersetzen.
International wird die Rasse häufig als Swedish Vallhund bezeichnet. „Vallhund“ bedeutet sinngemäß Hüte- beziehungsweise Treibhund.
Besonders interessant ist die äußerliche Ähnlichkeit mit dem Welsh Corgi.
Beide besitzen kurze Beine, einen länglichen Körper und eine historische Verwendung beim Treiben von Rindern.
Deshalb existieren verschiedene Theorien über historische Verbindungen zwischen skandinavischen Hunden und britischen Corgis – möglicherweise über Handels- und Reisewege der Wikingerzeit.
Welche Rasse tatsächlich welche beeinflusste oder ob beide auf ältere verwandte Hundetypen zurückgehen, lässt sich heute jedoch nicht zuverlässig belegen.
Eine weitere Besonderheit betrifft die Rute.
Schwedische Vallhunde können mit unterschiedlich langen natürlichen Ruten geboren werden – von einer vollständigen langen Rute bis zu einer sehr kurzen natürlichen Stummelrute.
Dieses Merkmal gehört zur genetischen Vielfalt der Rasse.
Bemerkenswert ist außerdem die Rettung des Vallhunds im 20. Jahrhundert. Der schwedische Graf Björn von Rosen und der Züchter K. G. Zetterstén suchten Anfang der 1940er-Jahre gezielt nach verbliebenen typischen Hunden auf schwedischen Bauernhöfen und legten damit eine wichtige Grundlage für den Fortbestand der Rasse.
Entdecke die ganze Welt der Hunderassen
Vom beliebten Familienhund bis zum außergewöhnlichen Spezialisten: Entdecke weitere Hunderassen und vergleiche Charakter, Haltung, Pflege und Eigenschaften.
Alle Hunderassen entdecken