Finnischer Lapphund
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Finnischer Lapphund

Freundlicher, intelligenter und wetterfester nordischer Hütehund aus Finnland mit üppigem Fell und charakteristischem Spitz-Aussehen. Der Finnische Lapphund wurde traditionell von den Samen bei der Arbeit mit Rentieren eingesetzt. Heute verbindet er Arbeitsfreude und Robustheit mit einem ausgesprochen sozialen Wesen und eignet sich bei ausreichender Beschäftigung hervorragend als aktiver Familienhund.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Finnland
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI-Standard Nr. 189
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Größe 41–52 cm
Gewicht 15–24 kg
Größenklasse Mittelgroß: 41–60 cm
Alternative Rassenamen Finnischer Lapphund; Suomenlapinkoira; Finnish Lapphund; Lapinkoira; Finnischer Lapplandhund

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Hoch
Bewegungsbedarf Hoch
Trainierbarkeit Hoch
Für Anfänger geeignet Ja
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Sehr hoch
Wohnungseignung Mittel
Alleinbleiben Mittel
Verträglichkeit mit Hunden Sehr hoch
Jagdtrieb Mittel
Bellneigung Hoch
Pflegeaufwand Hoch

Weitere Eigenschaften

Energielevel Hoch
Schutztrieb Mittel
Fremdenfreundlichkeit Hoch
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Gering
Kälteverträglichkeit Sehr hoch

Charakter & Wesen

Der Finnische Lapphund ist freundlich, aufmerksam, intelligent und ausgeglichen.

Er entwickelt normalerweise eine enge Beziehung zu seinen Menschen und gilt innerhalb der nordischen Spitzrassen als ausgesprochen sozial.

Gegenüber Kindern zeigen sich gut sozialisierte Vertreter häufig geduldig und freundlich.

Auch mit anderen Hunden ist die Rasse meist gut verträglich.

Gegenüber Fremden kann der Finnische Lapphund zunächst aufmerksam oder leicht reserviert sein, ist aber normalerweise kein ausgeprägter Schutzhund.

Seine Vergangenheit als Rentierhund zeigt sich besonders in Wachsamkeit, Reaktionsfähigkeit und seiner Bereitschaft, Bewegungen aufmerksam zu beobachten.

Haltung & Auslastung

Der Finnische Lapphund benötigt regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung, besitzt aber normalerweise nicht den extremen Arbeitsdrang eines Border Collies oder Australian Kelpies.

Lange Spaziergänge und Wanderungen passen hervorragend zu ihm.

Geeignete Beschäftigungen sind Rally Obedience, Obedience, Agility, Hoopers, Mantrailing, Nasenarbeit und Treibball.

Viele Lapphunde besitzen außerdem weiterhin deutliche Hüteanlagen.

Sein dichtes Fell macht ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter bei Aktivitäten in kühlem Wetter.

Bei sommerlicher Hitze sollten sportliche Aktivitäten dagegen auf die kühleren Tageszeiten verlegt werden.

Erziehung & Training

Der Finnische Lapphund ist lernfähig und arbeitet meist gerne mit seinen Menschen zusammen.

Eine freundliche, konsequente Erziehung mit positiver Verstärkung funktioniert besonders gut.

Eine Herausforderung kann seine Bellfreude darstellen.

Bei der Rentierarbeit wurde die Stimme gezielt eingesetzt, um die Tiere zu bewegen und zu kontrollieren. Bellen war somit über Generationen kein unerwünschtes Verhalten, sondern Teil seiner Arbeitsaufgabe.

Im heutigen Alltag sollte deshalb früh ein kontrolliertes Meldeverhalten aufgebaut werden.

Rückruf, Impulskontrolle und Ruhetraining sind ebenfalls wichtige Bestandteile der Erziehung.

Fell & Pflege

Felllänge Lang
Fellstruktur Dicht
Unterwolle Stark
Haaren Sehr stark
Fellfarben Schwarz, Braun, Creme, Grau
Allergiker-Eignung Eher gering

Gesundheit

Der Finnische Lapphund gilt grundsätzlich als robuste und vergleichsweise langlebige Rasse.

Dennoch sind verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen bekannt.

Dazu gehören Hüftgelenksdysplasie (HD) und verschiedene Augenerkrankungen.

Besonders relevant ist die progressive Retinaatrophie (PRA).

Eine weitere genetische Erkrankung ist die Glykogenspeicherkrankheit Typ II beziehungsweise Pompe-Krankheit, die in entsprechenden Zuchtprogrammen berücksichtigt werden kann.

Auch Degenerative Myelopathie (DM) und bestimmte Formen der erblichen Katarakt können vorkommen.

Verantwortungsvolle Züchter nutzen Gesundheitsuntersuchungen und verfügbare DNA-Tests, um Erkrankungsrisiken zu reduzieren.

Herkunft & Geschichte

Der Finnische Lapphund besitzt seine historischen Wurzeln im nördlichen Skandinavien.

Hunde dieses Typs wurden von den Samen (Sámi), der indigenen Bevölkerung Lapplands, über Jahrhunderte als Arbeitshunde eingesetzt.

Mit der Entwicklung umfangreicher Rentierhaltung wurden sie insbesondere zum Hüten und Kontrollieren der Herden verwendet.

Dabei mussten die Hunde extreme klimatische Bedingungen bewältigen und gleichzeitig schnell, aufmerksam und ausdauernd sein.

Die moderne kynologische Entwicklung der Rasse begann im 20. Jahrhundert.

Zunächst wurden verschiedene lappländische Hundetypen gemeinsam erfasst. Später erfolgte eine stärkere Trennung zwischen dem langhaarigeren Finnischen Lapphund und dem kurzhaarigeren Lappländischen Rentierhund.

Besonderheiten

Die finnische Bezeichnung der Rasse lautet Suomenlapinkoira.

Dabei bedeutet „Suomen“ finnisch beziehungsweise „Finnlands“, „Lapin“ verweist auf Lappland und „koira“ bedeutet Hund.

Eine besonders interessante Eigenschaft ist seine traditionelle Arbeitsweise an Rentierherden.

Rentiere sind schnelle und reaktionsfreudige Tiere. Ein Hütehund musste deshalb beweglich sein, rasch auf Richtungsänderungen reagieren und gleichzeitig genügend Abstand halten, um nicht von Geweih oder Hufen verletzt zu werden.

Dabei spielte auch die Stimme des Hundes eine wichtige Rolle.

Das erklärt die bis heute vorhandene Bellfreude vieler Finnischer Lapphunde.

Sein spektakuläres Fell ist ebenfalls ein direktes Ergebnis seiner Herkunft. Die sehr dichte Unterwolle isoliert gegen extreme Kälte, während das längere Deckhaar Schnee und Feuchtigkeit abweist.

Eine reizvolle Besonderheit ist der Gesichtsausdruck vieler Hunde: Helle Abzeichen oberhalb der Augen können wie kleine „Augenbrauen“ wirken und verleihen dem Lapphund eine besonders ausdrucksstarke Mimik.

Trotz seines ursprünglichen Arbeitshundhintergrunds hat sich der Finnische Lapphund zu einem vergleichsweise unkomplizierten Familienhund entwickelt – vorausgesetzt, Bewegung, Beschäftigung und seine Kommunikationsfreude werden berücksichtigt.

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