Sealyham Terrier
Kleiner, kräftiger und niederläufiger britischer Terrier mit charakteristischem weißem, drahtigem Fell, markantem Bart und erstaunlich robustem Körperbau. Der Sealyham Terrier wurde in Wales zur Jagd auf Fuchs, Dachs, Otter und anderes Raubwild entwickelt. Er verbindet klassischen Terriermut mit einem häufig etwas ruhigeren und gelasseneren Temperament als viele andere Terrierrassen. Heute ist der einst populäre Sealyham außerhalb Großbritanniens selten geworden.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Sealyham Terrier ist mutig, selbstbewusst, aufmerksam und charakterstark.
Im Vergleich zu einigen anderen Arbeitsterriern kann er etwas ruhiger und weniger hektisch wirken.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass ihm echtes Terrier-Temperament fehlt.
Er ist neugierig, intelligent und besitzt eine ausgeprägte Persönlichkeit.
Seiner Familie gegenüber zeigt er sich häufig anhänglich und loyal.
Fremden begegnet er teilweise zunächst zurückhaltend, ohne grundsätzlich unfreundlich zu sein.
Haltung & Auslastung
Der Sealyham benötigt regelmäßige Bewegung, gehört aber nicht zu den extremen Ausdauersportlern unter den Terriern.
Mehrere abwechslungsreiche Spaziergänge sowie geistige Beschäftigung passen sehr gut zu ihm.
Geeignet sind Nasenarbeit, Mantrailing, Suchspiele, Hoopers, Tricktraining und moderate Wanderungen.
Seine ursprüngliche Verwendung als Jagdhund sollte bei Spaziergängen berücksichtigt werden.
Für die Wohnung ist er aufgrund seiner Größe und seines moderaten Bewegungsbedarfs grundsätzlich gut geeignet, sofern er ausreichend ausgelastet wird.
Erziehung & Training
Der Sealyham Terrier ist intelligent, besitzt aber den für Terrier typischen eigenen Willen.
Seine Erziehung sollte freundlich, konsequent und abwechslungsreich gestaltet werden.
Positive Verstärkung und klare Regeln führen meist zu besseren Ergebnissen als Härte.
Besonderes Augenmerk sollte auf Rückruf und Impulskontrolle gelegt werden.
Sein historischer Jagdtrieb kann insbesondere bei kleinen Tieren deutlich werden.
Eine frühe Sozialisation mit unterschiedlichen Menschen, Hunden und Alltagssituationen ist empfehlenswert.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Sealyham Terrier gilt grundsätzlich als robuste Rasse.
Zu den gesundheitlich relevanten Problemen gehören verschiedene Augenerkrankungen, weshalb entsprechende Untersuchungen in der Zucht sinnvoll sind.
Auch Patellaluxation und andere orthopädische Probleme können auftreten.
Bei der Rasse ist außerdem die erbliche Augenlinsenerkrankung Primäre Linsenluxation (PLL) von Bedeutung.
Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und das dichte Fell sorgfältig gepflegt werden.
Übergewicht ist insbesondere wegen des niederläufigen Körperbaus zu vermeiden.
Herkunft & Geschichte
Der Sealyham Terrier entstand im 19. Jahrhundert in Pembrokeshire in Wales.
Seinen Namen erhielt er vom Anwesen Sealy Ham, dem Besitz von Captain John Edwardes.
Edwardes wollte einen kleinen, kräftigen und ausgesprochen mutigen Terrier für die Jagd entwickeln.
Der Hund sollte in der Lage sein, Fuchs, Dachs, Otter und anderes wehrhaftes Wild auch in schwierigem Gelände beziehungsweise unter der Erde zu verfolgen.
Über mehrere Jahrzehnte selektierte Edwardes seine Hunde vor allem nach praktischer Arbeitsleistung.
Besonderheiten
Der Sealyham Terrier war keineswegs immer eine seltene Rasse.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte er sich zeitweise zu einem ausgesprochen modischen Gesellschaftshund.
Besonders bemerkenswert ist seine Verbindung zum klassischen Hollywood.
Zu den prominenten Haltern von Sealyham Terriern gehörten unter anderem Alfred Hitchcock, Cary Grant, Elizabeth Taylor, Humphrey Bogart und Bette Davis.
Alfred Hitchcock war sogar gemeinsam mit seinen Sealyhams Geoffrey und Stanley in einer kurzen Szene zu Beginn seines Films Die Vögel zu sehen.
Seine weiße Grundfarbe hatte vermutlich einen praktischen Vorteil bei der Jagd: Ein überwiegend weißer Hund ließ sich im Gelände leichter vom verfolgten Wild unterscheiden.
Trotz seines heute oft dekorativ wirkenden Erscheinungsbildes entstand der Sealyham ursprünglich als ausgesprochen robuster Working Terrier.
Typisch ist sein Verhältnis von Körpergröße zu Substanz. Er ist zwar sehr niedrig, besitzt aber einen kräftigen, langen und muskulösen Körper.
Heute gehört der Sealyham zu den vergleichsweise seltenen britischen Hunderassen. Sein Bestandsrückgang steht in deutlichem Gegensatz zu seiner früheren Popularität.
Gerade diese Kombination aus ungewöhnlicher Geschichte, markantem Erscheinungsbild und heutiger Seltenheit macht ihn für unser DOG-ROYAL-Rassenlexikon besonders interessant.
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