Eurasier
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Eurasier

Ruhiger, selbstbewusster und familienbezogener deutscher Begleithund mit nordischem Erscheinungsbild, ausgeglichenem Temperament und enger Bindung an seine Bezugspersonen.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Deutschland
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI-Standard Nr. 291
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Größe 48–60 cm
Gewicht 18–32 kg
Größenklasse Mittelgroß: 41–60 cm
Alternative Rassenamen Eurasier; Eurasian Dog; Eurasischer Hund; historisch: Wolf-Chow

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Mittel
Bewegungsbedarf Mittel
Trainierbarkeit Mittel
Für Anfänger geeignet Ja
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Hoch
Alleinbleiben Gering
Verträglichkeit mit Hunden Hoch
Jagdtrieb Mittel
Bellneigung Gering
Pflegeaufwand Mittel

Weitere Eigenschaften

Energielevel Mittel
Schutztrieb Mittel
Fremdenfreundlichkeit Gering
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Gering
Kälteverträglichkeit Sehr hoch

Charakter & Wesen

Der Eurasier ist ein ruhiger, selbstbewusster und ausgeglichener Familien- und Begleithund. Er entwickelt typischerweise eine enge Bindung zu seinen Bezugspersonen und möchte selbstverständlich in das Familienleben integriert werden.

Gegenüber Fremden verhält er sich häufig zunächst zurückhaltend oder reserviert. Diese Distanz ist ein typisches Rassemerkmal und sollte nicht mit Ängstlichkeit verwechselt werden.

Innerhalb seiner Familie zeigt sich der Eurasier meist anhänglich, aufmerksam und sensibel. Er benötigt engen sozialen Kontakt, ohne dabei zwangsläufig permanent Beschäftigung einzufordern.

Ein wesentliches Zuchtziel der Rasse ist ein stabiles, gelassenes Wesen ohne übermäßige Aggressivität oder Nervosität.

Haltung & Auslastung

Der Eurasier besitzt einen mittleren Bewegungsbedarf. Er benötigt tägliche Spaziergänge und abwechslungsreiche Beschäftigung, gehört aber nicht zu den extrem leistungsorientierten Arbeitshunden.

Ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen, Nasenarbeit, Suchspiele und gemeinsame Ausflüge eignen sich gut.

Viele Eurasier genießen Bewegung in der Natur, benötigen jedoch nicht permanent Hundesport oder Hochleistungstraining.

Aufgrund seiner starken Familienbindung ist eine isolierte Haltung ungeeignet. Der Eurasier möchte mit seinen Menschen zusammenleben und sollte nicht regelmäßig über lange Zeiträume allein bleiben.

Eine Wohnungshaltung ist grundsätzlich möglich, wenn ausreichend Bewegung und Beschäftigung gewährleistet sind.

Erziehung & Training

Der Eurasier ist intelligent und lernfähig, besitzt jedoch eine gewisse spitztypische Eigenständigkeit. Er arbeitet nicht immer mit der bedingungslosen Gefälligkeit stark führerorientierter Gebrauchshunde.

Die Erziehung sollte ruhig, freundlich und konsequent erfolgen. Positive Verstärkung und eine vertrauensvolle Beziehung funktionieren meist besonders gut.

Übermäßige Härte oder permanent wiederholte Übungen können bei dem sensiblen Hund zu Rückzug oder Desinteresse führen.

Eine gute Sozialisation ist besonders wichtig. Junge Eurasier sollten positive Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen, Hunden und Umweltsituationen sammeln, ohne dabei mit Reizen überfordert zu werden.

Fell & Pflege

Felllänge Mittellang
Fellstruktur Glatt
Unterwolle Stark
Haaren Sehr stark
Fellfarben
Allergiker-Eignung Eher gering

Gesundheit

Der Eurasier gilt grundsätzlich als relativ robuste Hunderasse. Dennoch kommen verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen vor.

Zu den wichtigen gesundheitlichen Themen gehören Hüftgelenksdysplasie (HD) und Patellaluxation.

Auch verschiedene Augenerkrankungen können auftreten.

Darüber hinaus sind Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere eine Unterfunktion der Schilddrüse, innerhalb der Rasse ein relevantes gesundheitliches Thema.

Verantwortungsvolle Eurasier-Zucht legt deshalb großen Wert auf Gesundheitsuntersuchungen, dokumentierte Abstammung und eine sorgfältige Auswahl der Zuchttiere.

Herkunft & Geschichte

Der Eurasier ist eine vergleichsweise junge Hunderasse und besitzt eine besonders gut dokumentierte Entstehungsgeschichte.

In den 1960er-Jahren begann der deutsche Züchter Julius Wipfel in Weinheim mit der Entwicklung eines neuen Familienhundes.

Sein Ziel war ein mittelgroßer, ursprünglicher Hund, der die positiven Eigenschaften verschiedener nordischer und asiatischer Spitztypen miteinander verbinden sollte.

Zunächst wurden Wolfsspitz und Chow-Chow miteinander gekreuzt. Die daraus entstandenen Hunde wurden zunächst als Wolf-Chow bezeichnet.

Später wurde der Samojede in die Zucht einbezogen. Dadurch entstand schließlich der heutige Eurasier.

1973 wurde die Rasse von der FCI offiziell anerkannt.

Besonderheiten

Der Name Eurasier verweist unmittelbar auf seine Abstammung aus europäischen und asiatischen Hunderassen:

Europa: Wolfsspitz
Asien: Chow-Chow und Samojede

Damit gehört der Eurasier zu den wenigen modernen Hunderassen, deren Entstehung vergleichsweise genau dokumentiert ist.

Eine weitere Besonderheit betrifft die Zungenfarbe. Durch den Chow-Chow-Anteil können Eurasier eine vollständig blau pigmentierte Zunge, einzelne dunkle Flecken oder eine rosafarbene Zunge besitzen.

Charakteristisch ist außerdem seine starke Familienbindung. Der Eurasier wurde gezielt als sozial integrierter Familien- und Begleithund entwickelt und nicht als spezialisierter Jagd-, Schutz- oder Gebrauchshund.

Während des Fellwechsels verliert er große Mengen seiner dichten Unterwolle. Außerhalb dieser Phasen ist die Fellpflege meist deutlich weniger aufwendig, als das üppige Haarkleid zunächst vermuten lässt.

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