Briard
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Briard

Großer, intelligenter und selbstbewusster französischer Hütehund mit langem Fell, ausgeprägtem Wachinstinkt, hoher Arbeitsbereitschaft und enger Bindung an seine Familie.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Frankreich
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde
FCI-Standard Nr. 113
Lebenserwartung 10–13 Jahre
Größe 56–68 cm
Gewicht 25–40 kg
Größenklasse Groß: 61–70 cm
Alternative Rassenamen Briard; Berger de Brie; Französischer Schäferhund

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Aktivitätslevel Hoch
Bewegungsbedarf Hoch
Trainierbarkeit Hoch
Für Anfänger geeignet Bedingt
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Gering
Alleinbleiben Gering
Verträglichkeit mit Hunden Hoch
Jagdtrieb Mittel
Bellneigung Mittel
Pflegeaufwand Sehr hoch

Weitere Eigenschaften

Energielevel Hoch
Schutztrieb Hoch
Fremdenfreundlichkeit Gering
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Gering
Kälteverträglichkeit Sehr hoch

Charakter & Wesen

Der Briard ist ein intelligenter, selbstbewusster und temperamentvoller Hütehund. Er entwickelt typischerweise eine sehr enge Beziehung zu seiner Familie und möchte aktiv in deren Alltag eingebunden sein.

Seinen Bezugspersonen gegenüber ist er häufig ausgesprochen anhänglich. Gleichzeitig besitzt er eine gewisse Eigenständigkeit, die aus seiner ursprünglichen Aufgabe als selbstständig arbeitender Hüte- und Herdenschutzhund resultiert.

Gegenüber Fremden kann der Briard zunächst zurückhaltend und aufmerksam auftreten. Er besitzt einen natürlichen Wach- und Schutzinstinkt.

Ein gut sozialisierter Briard sollte selbstsicher und kontrollierbar sein. Übermäßige Ängstlichkeit oder unkontrollierte Aggressivität entsprechen nicht dem gewünschten Wesen.

Haltung & Auslastung

Der Briard ist ein aktiver Gebrauchshund und benötigt sowohl körperliche Bewegung als auch geistige Beschäftigung.

Ausgedehnte Spaziergänge, Wanderungen und gemeinsame sportliche Aktivitäten eignen sich gut.

Besonders geeignet sind außerdem Obedience, Rally Obedience, Nasenarbeit, Fährtenarbeit, Mantrailing und verschiedene Formen des Hütehundetrainings.

Aufgrund seiner Intelligenz benötigt der Briard Aufgaben, bei denen er selbstständig denken und Probleme lösen darf.

Eine reine Gartenhaltung ist ungeeignet. Trotz seiner Robustheit benötigt der Briard engen sozialen Kontakt zu seiner Familie.

Erziehung & Training

Der Briard ist intelligent und lernfähig, besitzt aber einen eigenständigen Charakter. Seine Erziehung sollte deshalb früh beginnen.

Klare Regeln, Konsequenz und positive Verstärkung sind besonders wichtig. Unnötige Härte ist bei dem sensiblen und selbstbewussten Hund kontraproduktiv.

Eine sorgfältige Sozialisation hat hohe Bedeutung. Der junge Briard sollte kontrolliert positive Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen, Hunden und Alltagssituationen sammeln.

Leinenführigkeit, Rückruf und Impulskontrolle sollten aufgrund seiner späteren Größe und Kraft frühzeitig trainiert werden.

Auch Körperpflege und Handling müssen bereits beim Welpen geübt werden. Ein ausgewachsener Briard mit verfilztem Fell, der sich nicht bürsten lässt, stellt Halter schnell vor erhebliche Probleme.

Fell & Pflege

Felllänge Lang
Fellstruktur Gewellt
Unterwolle Mittel
Haaren Mittel
Fellfarben Schwarz, Grau, Blau, Falbfarben, Beige
Allergiker-Eignung Bedingt

Gesundheit

Der Briard gilt grundsätzlich als robuste Rasse, dennoch existieren verschiedene gesundheitliche Risiken.

Zu den wichtigen orthopädischen Erkrankungen gehört die Hüftgelenksdysplasie (HD).

Auch verschiedene Augenerkrankungen können auftreten. Eine bekannte genetische Erkrankung innerhalb der Rasse ist die Congenital Stationary Night Blindness (CSNB), eine angeborene Form der Nachtblindheit. Für entsprechende genetische Varianten stehen DNA-Tests zur Verfügung.

Darüber hinaus können Schilddrüsenerkrankungen vorkommen.

Aufgrund seines relativ großen und tiefen Brustkorbs besteht außerdem ein Risiko für eine Magendrehung, die einen lebensbedrohlichen tiermedizinischen Notfall darstellt.

Herkunft & Geschichte

Der Briard ist eine traditionsreiche französische Hütehunderasse. Hunde seines Typs wurden über Jahrhunderte zur Arbeit mit Schafherden eingesetzt.

Ihre Aufgabe bestand nicht nur darin, Herden zu treiben und zusammenzuhalten. Sie mussten diese teilweise auch selbstständig bewachen und gegen Gefahren schützen.

Die Bezeichnung Berger de Brie bedeutet sinngemäß „Schäferhund aus Brie“. Eine eindeutige historische Beschränkung der Herkunft auf die französische Landschaft Brie lässt sich daraus allerdings nicht zwingend ableiten.

Im 19. Jahrhundert wurde der Rassetyp zunehmend systematisch beschrieben und standardisiert.

Während der Weltkriege wurden Briards aufgrund ihrer Intelligenz und Belastbarkeit auch als Melde-, Wach-, Such- und Sanitätshunde eingesetzt.

Besonderheiten

Ein besonders auffälliges Merkmal des Briards sind die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen. Der FCI-Standard verlangt an jedem Hinterlauf zwei Afterkrallen, die möglichst nah am Boden sitzen.

Sein langes Fell bildet am Kopf einen charakteristischen Bart, Schnurrbart und Augenbrauen. Trotz der langen Haare sollen die Augen nicht vollständig verdeckt werden.

Das Fell benötigt konsequente Pflege. Regelmäßiges gründliches Bürsten verhindert Verfilzungen und entfernt Schmutz sowie lose Haare.

Der Briard verbindet Eigenschaften eines Hütehundes mit deutlicher Wachsamkeit und Eigenständigkeit. Dadurch unterscheidet er sich von vielen ausschließlich auf enge Führigkeit gezüchteten modernen Arbeitshunden.

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