Bloodhound
Großer, kraftvoller und sanftmütiger Laufhund mit außergewöhnlichem Geruchssinn und beeindruckender Ausdauer bei der Fährtenarbeit. Der Bloodhound ist freundlich und menschenbezogen, zugleich aber eigenständig und einer aufgenommenen Geruchsspur mit enormer Beharrlichkeit folgend.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Bloodhound ist trotz seiner imposanten Erscheinung typischerweise ein freundlicher, sanftmütiger und sozialer Hund.
Zu seinen Bezugspersonen entwickelt er eine enge Bindung. Gegenüber Fremden zeigt er sich häufig freundlich oder zunächst etwas zurückhaltend. Ein ausgeprägter Schutztrieb ist für die Rasse untypisch.
Seine historische Verwendung in der Meute trägt dazu bei, dass gut sozialisierte Bloodhounds häufig verträglich mit anderen Hunden sind.
Eine wesentliche Charaktereigenschaft ist seine Beharrlichkeit. Hat ein Bloodhound eine interessante Fährte aufgenommen, kann er sich vollständig auf diese Aufgabe konzentrieren und seine Umwelt nahezu ausblenden.
Haltung & Auslastung
Der Bloodhound benötigt regelmäßige Bewegung, seine eigentliche Leidenschaft ist jedoch die Nasenarbeit.
Besonders geeignet sind Mantrailing, Fährtenarbeit und andere anspruchsvolle Suchaufgaben.
Ein Bloodhound kann einer Geruchsspur über große Entfernungen folgen. Dabei arbeitet er ausdauernd und ausgesprochen selbstständig.
Normale Spaziergänge sollten deshalb ausreichend Zeit zum Schnüffeln bieten.
Ungesicherter Freilauf kann problematisch sein. Nimmt der Hund eine interessante Spur auf, kann sein Jagd- beziehungsweise Suchtrieb stärker sein als der Rückruf.
Ein sicher eingezäunter Garten ist von Vorteil, ersetzt aber keine gemeinsamen Aktivitäten.
Erziehung & Training
Der Bloodhound ist intelligent, aber ausgesprochen eigenständig.
Er wurde über Jahrhunderte darauf selektiert, selbstständig einer Fährte zu folgen. Permanente Orientierung am Menschen gehörte nicht zu seinen wichtigsten Zuchtzielen.
Seine Erziehung benötigt deshalb Geduld, Konsequenz und Motivation.
Besondere Bedeutung haben Leinenführigkeit und Rückruf. Ein ausgewachsener Bloodhound besitzt erhebliche Körperkraft und kann einer Geruchsspur mit erstaunlicher Entschlossenheit folgen.
Harte Trainingsmethoden sind ungeeignet. Positive Verstärkung und abwechslungsreiche Aufgaben funktionieren wesentlich besser.
Mantrailing bietet eine hervorragende Möglichkeit, seine außergewöhnlichen Fähigkeiten kontrolliert einzusetzen.
Fell & Pflege
Gesundheit
Beim Bloodhound bestehen verschiedene gesundheitliche Risiken.
Aufgrund seines großen und tiefen Brustkorbs besitzt er ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung (GDV). Diese stellt einen lebensbedrohlichen tiermedizinischen Notfall dar.
Auch Hüft- und Ellenbogendysplasie können auftreten.
Die langen Hängeohren begünstigen aufgrund der eingeschränkten Belüftung des Gehörgangs Ohrenentzündungen und sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Auch die Augen benötigen Aufmerksamkeit. Stark ausgeprägte Hautfalten beziehungsweise hängende Augenlider können unter anderem Entzündungen und Augenprobleme begünstigen.
Bei der Zucht sollte daher auf einen funktionalen Körperbau ohne übertriebene Haut- und Augenlidmerkmale geachtet werden.
Herkunft & Geschichte
Der Bloodhound besitzt eine sehr lange europäische Geschichte. Seine Entwicklung wird insbesondere mit den Laufhunden des mittelalterlichen Klosters Saint-Hubert in den belgischen Ardennen verbunden.
Die dort gezüchteten Hunde waren für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten bei der Fährtenarbeit bekannt.
Hunde dieses Typs gelangten später unter anderem nach Großbritannien und beeinflussten dort die Entwicklung des modernen Bloodhounds.
Seine hervorragende Nase wurde nicht nur bei der Jagd genutzt. Bloodhounds wurden zunehmend auch eingesetzt, um die Spuren von Menschen zu verfolgen.
Daraus entwickelte sich eine Tradition, die bis zu modernen Such- und Mantrailing-Hunden reicht.
Besonderheiten
Der Bloodhound gilt als einer der leistungsfähigsten Spürhunde der Welt.
Sein außergewöhnlicher Geruchssinn ermöglicht es ihm, individuelle menschliche Geruchsspuren aufzunehmen und teilweise über beträchtliche Entfernungen und Zeiträume zu verfolgen.
Seine Anatomie unterstützt diese Arbeit: Die langen Ohren bewegen beim Schnüffeln Luft und Geruchspartikel im Bereich des Bodens, während die lockere Haut im Kopf- und Halsbereich zum charakteristischen Erscheinungsbild des Fährtenhundes beiträgt.
Der englische Name „Bloodhound“ bedeutet übrigens nicht, dass der Hund einer Blutspur folgen muss. Die Bezeichnung wird historisch vielmehr mit einem rein beziehungsweise sorgfältig gezüchteten „blooded hound“ in Verbindung gebracht.
In der FCI-Systematik wird die Rasse unter der Bezeichnung Chien de Saint-Hubert geführt – ein direkter Hinweis auf ihre historischen belgischen Wurzeln.
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