Kleiner Münsterländer
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Kleiner Münsterländer

Vielseitiger, intelligenter und temperamentvoller deutscher Jagdhund mit ausgezeichneter Nase, hoher Arbeitsfreude, ausgeprägtem Jagdtrieb und enger Bindung an seine Bezugspersonen.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Deutschland
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 7 – Vorstehhunde
FCI-Standard Nr. 102
Lebenserwartung 12–14 Jahre
Größe 50–58 cm
Gewicht 18–27 kg
Größenklasse Mittelgroß: 41–60 cm
Alternative Rassenamen Kleiner Münsterländer; Kleiner Münsterländer Vorstehhund; Small Munsterlander; Small Münsterländer

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Sehr hoch
Bewegungsbedarf Sehr hoch
Trainierbarkeit Sehr hoch
Für Anfänger geeignet Bedingt
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Mittel
Alleinbleiben Gering
Verträglichkeit mit Hunden Hoch
Jagdtrieb Sehr hoch
Bellneigung Mittel
Pflegeaufwand Mittel

Weitere Eigenschaften

Energielevel Sehr hoch
Schutztrieb Gering
Fremdenfreundlichkeit Hoch
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Mittel
Kälteverträglichkeit Hoch

Charakter & Wesen

Der Kleine Münsterländer ist ein intelligenter, temperamentvoller und ausgesprochen arbeitsfreudiger Jagdhund. Er besitzt eine enge Bindung an seine Bezugspersonen und zeigt eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Im Familienverband ist er meist freundlich, anhänglich und sozial. Bei guter Sozialisation kommt er häufig gut mit Kindern und anderen Hunden zurecht.

Seine ausgeprägte Menschenorientierung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kleine Münsterländer ein leistungsfähiger Jagdgebrauchshund ist.

Suchfreude, Wildinteresse und Jagdtrieb sind wesentliche Eigenschaften der Rasse. Er benötigt deshalb Menschen, die diese Anlagen verstehen und sinnvoll beschäftigen können.

Haltung & Auslastung

Der Kleine Münsterländer besitzt einen sehr hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf.

Seiner ursprünglichen Bestimmung entsprechend ist eine fachgerechte jagdliche Führung besonders geeignet. Er arbeitet vor und nach dem Schuss, sucht Wild, steht vor, apportiert und besitzt eine ausgeprägte Wasserfreude.

Bei nicht jagdlicher Haltung benötigt er anspruchsvolle Ersatzbeschäftigungen. Besonders geeignet sind Dummyarbeit, Mantrailing, Fährtenarbeit, Apportiertraining und andere Formen intensiver Nasenarbeit.

Ausgedehnte Wanderungen und sportliche Unternehmungen sind ebenfalls möglich.

Reine körperliche Bewegung reicht allerdings nicht aus. Der Kleine Münsterländer möchte seine Nase und seinen Kopf einsetzen und gemeinsam mit seinem Menschen Aufgaben lösen.

Erziehung & Training

Der Kleine Münsterländer ist intelligent, lernfreudig und grundsätzlich sehr gut trainierbar.

Seine hohe Arbeitsbereitschaft ermöglicht anspruchsvolles Training, gleichzeitig erfordert sein ausgeprägter Jagdtrieb eine konsequente Ausbildung.

Besonders wichtig sind ein zuverlässiger Rückruf, Impulskontrolle und die kontrollierte Reaktion auf Wildreize.

Die Erziehung sollte freundlich, klar und konsequent erfolgen. Positive Verstärkung und gemeinsame Aufgaben entsprechen seiner hohen Kooperationsbereitschaft.

Auch Ruhetraining ist wichtig. Ein arbeitsfreudiger Hund sollte lernen, nicht permanent Beschäftigung einzufordern.

Fell & Pflege

Felllänge Mittellang
Fellstruktur Dicht
Unterwolle Mittel
Haaren Mittel
Fellfarben Weiß, Braun, Merle
Allergiker-Eignung Eher gering

Gesundheit

Der Kleine Münsterländer gilt insgesamt als robuste und leistungsfähige Hunderasse.

Dennoch können verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen auftreten. Dazu gehören insbesondere Hüftgelenksdysplasie (HD) sowie verschiedene Augenerkrankungen.

Auch bestimmte genetisch bedingte Erkrankungen können innerhalb einzelner Linien vorkommen.

Aufgrund der Hängeohren und der häufigen Arbeit beziehungsweise Aktivität im Wasser sollten die Ohren regelmäßig kontrolliert werden. Feuchtigkeit im Gehörgang kann die Entstehung von Entzündungen begünstigen.

Bei jagdlich geführten Hunden sollten nach Einsätzen außerdem Pfoten, Haut und Fell sorgfältig auf Verletzungen, Fremdkörper und Zecken kontrolliert werden.

Herkunft & Geschichte

Der Kleine Münsterländer stammt aus Deutschland. Seine moderne Entwicklung ist insbesondere mit dem Münsterland und Westfalen verbunden.

Um 1870 waren in dieser Region langhaarige Wachtel- beziehungsweise Vorstehhunde bekannt, die sowohl beim Vorstehen als auch bei der Suche und beim Apportieren eingesetzt wurden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die systematische Erfassung und Zucht dieser Hunde.

Eine wichtige Rolle spielte dabei Edmund Löns, der sich intensiv mit den noch vorhandenen regionalen Jagdhunden beschäftigte.

1912 wurde der Verband für Kleine Münsterländer Vorstehhunde gegründet und die planmäßige Rassezucht weiterentwickelt.

Heute gehört der Kleine Münsterländer zu den bekannten deutschen Jagdgebrauchshunden und wird auch international geführt.

Besonderheiten

Trotz seines Namens ist der Kleine Münsterländer keine kleinere Variante des Großen Münsterländers. Beide sind eigenständige Hunderassen mit unterschiedlichen FCI-Standards.

Der Kleine Münsterländer zeichnet sich durch eine außergewöhnliche jagdliche Vielseitigkeit aus. Er kann suchen, vorstehen, apportieren und im Wasser arbeiten.

Besonders charakteristisch ist seine häufig ausgeprägte Wasserfreude.

Für Interessenten ist wichtig zu wissen, dass viele Züchter innerhalb der organisierten Jagdgebrauchshundzucht Welpen bevorzugt oder ausschließlich an Jäger beziehungsweise geeignete jagdliche Führer vermitteln. Der Kleine Münsterländer sollte deshalb nicht allein aufgrund seines attraktiven Erscheinungsbildes als Familienhund ausgewählt werden.

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