Greyhound
Eleganter, sanfter und außergewöhnlich schneller Windhund mit ruhigem Wesen im Haus, hoher Sensibilität und ausgeprägtem Sicht- und Hetztrieb.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Greyhound ist ein sanfter, sensibler und häufig überraschend ruhiger Hund. Im Haus zeigt er sich meist entspannt und verbringt gerne viele Stunden schlafend oder ruhend.
Seinen Bezugspersonen gegenüber kann er sehr anhänglich sein, ohne permanent Aufmerksamkeit einzufordern. Fremden Menschen begegnet er häufig freundlich oder zunächst etwas zurückhaltend.
Ein ausgeprägter Wach- oder Schutztrieb ist für die Rasse untypisch. Auch übermäßiges Bellen kommt vergleichsweise selten vor.
Draußen zeigt sich dagegen sein ursprüngliches Wesen als Sichtjäger. Bewegende Tiere können innerhalb von Sekunden einen starken Hetzreiz auslösen.
Haltung & Auslastung
Trotz seiner enormen Geschwindigkeit benötigt der Greyhound nicht permanent intensive Bewegung. Er ist in erster Linie ein Sprinter und kein Ausdauerläufer.
Tägliche Spaziergänge sind notwendig. Zusätzlich sollte er regelmäßig Gelegenheit erhalten, auf sicher eingezäuntem Gelände frei zu laufen und seine natürliche Laufbewegung auszuleben.
Windhundsport wie Coursing kann eine geeignete Beschäftigung darstellen.
Im Haus sind Greyhounds häufig ausgesprochen ruhig, weshalb eine Wohnungshaltung trotz ihrer Größe grundsätzlich gut möglich ist. Wichtig sind ausreichend Platz und ein weicher Liegeplatz.
Aufgrund des starken Hetztriebes ist ungesicherter Freilauf in wildreichen Gebieten nicht bei jedem Greyhound möglich.
Erziehung & Training
Der Greyhound ist intelligent und lernfähig, besitzt aber meist nicht den ausgeprägten Gehorsams- und Arbeitswillen klassischer Gebrauchshunderassen.
Er reagiert häufig sensibel auf seine Umwelt und sollte freundlich, ruhig und konsequent erzogen werden. Harte Trainingsmethoden sind ungeeignet.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Rückruf. Aufgrund des extrem schnellen Hetzverhaltens kann ein Greyhound innerhalb weniger Sekunden eine erhebliche Entfernung zurücklegen.
Bei ehemaligen Rennhunden können außerdem verschiedene Alltagssituationen zunächst ungewohnt sein. Treppen, glatte Böden, Straßenverkehr oder das Leben in einem Haus müssen manche Hunde erst kennenlernen.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Greyhound gilt grundsätzlich als relativ robuste Rasse, weist jedoch einige medizinische Besonderheiten auf.
Windhunde besitzen einen sehr niedrigen Körperfettanteil und verschiedene physiologische Werte können sich von denen anderer Hunderassen unterscheiden. Dies ist insbesondere bei Narkosen und bestimmten Medikamenten relevant und sollte bei tierärztlichen Behandlungen berücksichtigt werden.
Greyhounds können außerdem anfällig für Zahn- und Zahnfleischerkrankungen sein. Regelmäßige Zahnpflege ist daher besonders sinnvoll.
Weitere mögliche Erkrankungen umfassen unter anderem bestimmte Herzerkrankungen und Knochenkrebs, insbesondere Osteosarkome.
Bei Renn- und Sporthunden können zudem Verletzungen von Muskeln, Sehnen, Pfoten und Zehen auftreten.
Herkunft & Geschichte
Windhunde gehören zu den ältesten bekannten Hundetypen. Bereits antike Darstellungen zeigen schlanke, langbeinige Jagdhunde, die modernen Windhunden ähneln.
Der moderne Greyhound wurde insbesondere in Großbritannien entwickelt und über Jahrhunderte für die Sichtjagd auf schnell flüchtendes Wild, vor allem Hasen, eingesetzt.
Aus dieser Jagdform entwickelte sich das Coursing, bei dem die Geschwindigkeit und Wendigkeit der Hunde eine zentrale Rolle spielten.
Im 20. Jahrhundert gewann außerdem der kommerzielle Greyhound-Rennsport große Bedeutung. Dabei laufen die Hunde auf Rennbahnen einem künstlichen Köder hinterher.
Heute werden Greyhounds sowohl als Sport- als auch als Familien- und Begleithunde gehalten. Viele ehemalige Rennhunde werden nach dem Ende ihrer Rennkarriere über spezialisierte Organisationen vermittelt.
Besonderheiten
Der Greyhound gehört zu den schnellsten Landtieren überhaupt und gilt als schnellste Hunderasse der Welt. Auf kurzen Strecken können Greyhounds Geschwindigkeiten von ungefähr 70 km/h erreichen.
Möglich wird dies durch einen hoch spezialisierten Körperbau mit langen Gliedmaßen, tiefer Brust, schlanker Taille, flexibler Wirbelsäule und enorm leistungsfähiger Muskulatur.
Beim Sprint nutzt der Greyhound den Double-Suspension-Galopp. Dabei gibt es während eines Bewegungszyklus zwei Phasen, in denen sich alle vier Pfoten gleichzeitig in der Luft befinden.
Ein interessanter Gegensatz besteht zwischen seiner enormen sportlichen Leistungsfähigkeit und seinem Verhalten zu Hause: Viele Greyhounds sind ausgesprochen ruhige Hunde und begeisterte Sofaschläfer.
Aufgrund des sehr kurzen Fells und geringen Körperfettanteils sind sie allerdings stark kälteempfindlich.
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