Poitevin
Großer, eleganter und ausgesprochen ausdauernder französischer Laufhund, der ursprünglich insbesondere für die Wolfsjagd entwickelt wurde. Der Poitevin verbindet Schnelligkeit, hervorragenden Geruchssinn und enorme Kondition mit ausgeprägter Jagdpassion. Er arbeitet traditionell in der Meute und gilt gegenüber Artgenossen als sozial, ist aufgrund seines Bewegungsbedarfs, seiner Selbstständigkeit und seines starken Jagdtriebs jedoch kein typischer Anfänger- oder Stadthund.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Poitevin ist temperamentvoll, ausdauernd, intelligent und ausgesprochen jagdpassioniert.
Seine traditionelle Aufgabe verlangte einen Hund, der über viele Stunden einer Fährte folgen konnte.
Entsprechend besitzt er große Eigenständigkeit und Beharrlichkeit.
Gegenüber Artgenossen zeigt er sich normalerweise sehr sozial, da die Zusammenarbeit innerhalb einer Meute über Generationen zu seinen wichtigsten Eigenschaften gehörte.
Menschen gegenüber kann er freundlich und ausgeglichen sein.
Als klassischer Wach- oder Schutzhund wurde er dagegen nicht entwickelt.
Haltung & Auslastung
Der Poitevin benötigt außergewöhnlich viel Bewegung.
Seine ideale Verwendung ist die fachkundige jagdliche Führung.
Als alternative Beschäftigung kommen vor allem Mantrailing, Schweißarbeit, Fährtenarbeit und anspruchsvolle Nasenarbeit infrage.
Auch sehr lange Wanderungen entsprechen seiner körperlichen Leistungsfähigkeit.
Normale kurze Spaziergänge reichen für diesen Hund nicht aus.
Für eine typische Stadtwohnung ist er nur sehr eingeschränkt geeignet.
Ein Grundstück sollte zuverlässig gesichert sein, denn eine interessante Wildspur kann seinen Jagdinstinkt unmittelbar aktivieren.
Erziehung & Training
Der Poitevin ist intelligent, aber kein Hund, der für permanenten Gehorsam gezüchtet wurde.
Bei der Jagd musste er selbstständig arbeiten und einer Spur auch über große Distanzen folgen.
Die Erziehung sollte deshalb ruhig, konsequent und positiv erfolgen.
Rückruf und Orientierung am Menschen müssen früh trainiert werden.
Ebenso wichtig ist Impulskontrolle.
Bei starkem Wildreiz sollte trotz guten Trainings nicht davon ausgegangen werden, dass Freilauf überall problemlos möglich ist.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Poitevin gilt grundsätzlich als funktional gebauter und robuster Arbeitshund.
Wie bei anderen großen Laufhunden können Hüftgelenksdysplasie und weitere orthopädische Erkrankungen auftreten.
Die langen Hängeohren sollten regelmäßig auf Entzündungen kontrolliert werden.
Aufgrund des tiefen Brustkorbs besteht außerdem grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung.
Bei jagdlich eingesetzten Hunden sind Verletzungen, Fremdkörper, Zecken und andere Parasiten zusätzliche praktische Gesundheitsrisiken.
Aufgrund der vergleichsweise kleinen Population ist eine genetisch verantwortungsvolle Zucht besonders wichtig.
Herkunft & Geschichte
Der Poitevin stammt aus der historischen französischen Region Poitou.
Die Entstehung der modernen Rasse wird insbesondere mit dem Marquis François de Larrye verbunden.
Er begann Ende des 17. Jahrhunderts mit der Entwicklung einer leistungsfähigen Meute für die Wolfsjagd.
Dazu wurden verschiedene französische Laufhundtypen miteinander kombiniert.
Der daraus hervorgegangene Hund musste schnell, ausdauernd und mutig genug sein, um einen Wolf über große Entfernungen verfolgen zu können.
Die Geschichte der Rasse verlief allerdings keineswegs geradlinig.
Besonderheiten
Die historische Spezialität des Poitevin war die Wolfsjagd.
Das erklärt viele seiner heutigen Eigenschaften: lange Läufe, relativ leichter Körperbau, enorme Ausdauer und ausgeprägte Jagdpassion.
Der Poitevin sollte nicht primär durch massive Kraft überzeugen. Entscheidend waren vielmehr Geschwindigkeit und Kondition.
Eine Wolfsjagd konnte sich über sehr große Entfernungen erstrecken.
Die Rasse musste im Laufe ihrer Geschichte mehrere schwere Bestandseinbrüche überstehen.
Während der Französischen Revolution wurden zahlreiche aristokratische Jagdmeuten aufgelöst oder vernichtet.
Im 19. Jahrhundert traf eine Tollwutepidemie die verbliebenen Bestände zusätzlich schwer.
Zur Rekonstruktion wurden andere Laufhunde eingesetzt, wodurch sich der heutige Typ entwickelte.
Auch die Abschaffung beziehungsweise das Verschwinden der traditionellen Wolfsjagd in Frankreich veränderte seine Verwendung. Später wurde der Poitevin vor allem bei der Jagd auf anderes Großwild eingesetzt.
Sein Einfluss reicht zudem über die eigene Rasse hinaus. Der Poitevin gehört zu den bedeutenden historischen französischen Laufhundtypen und war an der Entwicklung weiterer französischer Meutehunde beteiligt.
Seine elegante, langbeinige Silhouette unterscheidet ihn deutlich von schwereren Laufhunden. Der Eindruck soll eher athletisch und leichtfüßig als massiv sein.
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