Nova Scotia Duck Tolling Retriever
Intelligenter, temperamentvoller und arbeitsfreudiger kanadischer Retriever mit charakteristischem rot-orangefarbenem Fell. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever – kurz Toller – ist der kleinste Retriever, besitzt enorme Energie, große Apportierfreude und eine enge Bindung an seine Menschen.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Toller ist intelligent, aufmerksam und ausgesprochen arbeitsfreudig.
Zu seinen Bezugspersonen entwickelt er meist eine enge Bindung und arbeitet begeistert mit ihnen zusammen. Gleichzeitig kann er selbstständiger und sensibler sein, als man es beispielsweise von manchen Labrador Retrievern kennt.
Fremden Menschen gegenüber zeigen sich viele Toller zunächst etwas reservierter, ohne grundsätzlich ängstlich oder aggressiv zu sein.
Seine hohe Reizwahrnehmung und schnelle Auffassungsgabe machen ihn zu einem hervorragenden Arbeitshund, können bei fehlender Ruhe jedoch auch zu Nervosität führen.
Ein ausgeglichener Toller benötigt deshalb nicht nur Aktivität, sondern muss ebenso lernen, abzuschalten.
Haltung & Auslastung
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever besitzt einen sehr hohen Beschäftigungsbedarf.
Besonders geeignet ist Dummy- und Apportierarbeit, da sie unmittelbar seinen ursprünglichen Anlagen entspricht.
Auch Mantrailing, Nasenarbeit, Obedience, Rally Obedience und verschiedene Hundesportarten können hervorragend geeignet sein.
Viele Toller schwimmen ausgesprochen gerne und lassen sich für Wasserarbeit begeistern.
Lange Spaziergänge und Wanderungen ergänzen die geistige Beschäftigung.
Eine häufige Fehlannahme ist jedoch, einen sehr aktiven Hund durch immer mehr körperliche Bewegung „müde machen“ zu wollen. Beim Toller sind Ruhetraining und Impulskontrolle mindestens ebenso wichtig.
Erziehung & Training
Der Toller lernt sehr schnell und besitzt normalerweise eine hohe Motivation zur Zusammenarbeit.
Positive Verstärkung und abwechslungsreiche Aufgaben führen häufig zu ausgezeichneten Trainingsergebnissen.
Gleichzeitig kann die Rasse sensibel auf unnötigen Druck reagieren.
Besondere Aufmerksamkeit sollten Frustrationstoleranz und Impulskontrolle erhalten. Seine Begeisterungsfähigkeit kann dazu führen, dass ein junger Toller schnell hochfährt.
Auch der Rückruf sollte aufgrund des vorhandenen Jagdinstinktes früh aufgebaut werden.
Für engagierte Halter ist der Toller ein hervorragender Trainingspartner. Wer dagegen lediglich einen unkomplizierten kleineren Golden Retriever erwartet, kann von seinem Temperament überrascht werden.
Fell & Pflege
Gesundheit
Beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever gibt es verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen, die in einer verantwortungsvollen Zucht berücksichtigt werden sollten.
Dazu gehören Hüftgelenksdysplasie (HD) und verschiedene Augenerkrankungen, beispielsweise Formen der progressiven Retinaatrophie.
Innerhalb der Rasse kommen außerdem verschiedene Autoimmunerkrankungen vor.
Bekannt ist zudem die neurologische Erkrankung Degenerative Enzephalopathie mit Schlafstörungen (DE), für die genetische Untersuchungsmöglichkeiten bestehen.
Auch weitere genetisch bedingte Erkrankungen werden im Rahmen moderner Zuchtprogramme untersucht.
Aufgrund der vergleichsweise kleinen Zuchtpopulation spielt neben Gesundheitstests auch die Erhaltung genetischer Vielfalt eine wichtige Rolle.
Herkunft & Geschichte
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever stammt aus der kanadischen Provinz Nova Scotia.
Seine Entwicklung wird insbesondere mit dem Gebiet um Little River Harbour im Yarmouth County verbunden. Historisch wurde die Rasse deshalb auch als Little River Duck Dog bezeichnet.
Die Hunde wurden für eine ungewöhnliche Form der Entenjagd eingesetzt.
Durch spielerische Bewegungen am Ufer sollten sie neugierige Wasservögel näher an den Jäger heranlocken.
Nach dem Schuss bestand die zweite Aufgabe des Hundes darin, erlegte beziehungsweise verletzte Vögel aus dem Wasser zu apportieren.
Damit vereinte der Toller zwei Funktionen: Anlocken und Apportieren.
Besonderheiten
Das namensgebende „Tolling“ ist die außergewöhnlichste Eigenschaft der Rasse.
Der Hund bewegt sich spielerisch am Ufer entlang, läuft hin und her und apportiert beispielsweise einen geworfenen Gegenstand.
Die auffälligen Bewegungen und die teilweise weiße Rutenspitze können die Aufmerksamkeit neugieriger Enten auf sich ziehen.
Dieses Verhalten ähnelt einer Jagdstrategie, die auch bei Füchsen beobachtet wurde.
Daher wird vermutet, dass das fuchsähnliche Erscheinungsbild des Tollers bei seiner ursprünglichen Arbeit durchaus von Vorteil war.
Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte „Toller Scream“.
Bei großer Aufregung können manche Toller einen überraschend hohen, durchdringenden Laut von sich geben. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Angst oder Schmerz, sondern häufig schlicht um extreme Erwartung oder Begeisterung.
Der Toller ist außerdem der kleinste der sechs von der FCI anerkannten Retrieverrassen.
Seine geringe Größe bedeutet allerdings keineswegs einen geringeren Beschäftigungsbedarf – im Gegenteil: Der Toller gehört zu den anspruchsvolleren und arbeitsfreudigeren Vertretern der Retrieverfamilie.
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