Landseer
Imposanter, freundlicher und wasserbegeisterter Familienhund mit weiß-schwarzem Fell und ausgeprägter Menschenbezogenheit. Der Landseer verbindet Kraft und Größe mit einem meist ruhigen, gutmütigen Wesen und besitzt traditionell eine besondere Begabung für Schwimmen und Wasserarbeit.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Landseer gilt als freundlicher, gelassener und menschenbezogener Hund.
Zu seiner Familie entwickelt er normalerweise eine enge Bindung. Viele Landseer zeigen sich gegenüber Kindern geduldig und fürsorglich.
Trotz seiner beeindruckenden Größe sollte ein wesensfester Landseer weder aggressiv noch unnötig scharf auftreten. Seine Erscheinung allein besitzt bereits eine abschreckende Wirkung.
Gegenüber Fremden kann er aufmerksam sein, verhält sich bei guter Sozialisation jedoch meist freundlich bis neutral.
Seine soziale Orientierung macht ihn zu einem Hund, der engen Familienanschluss benötigt.
Haltung & Auslastung
Der Landseer benötigt ausreichend Platz und regelmäßige Bewegung. Aufgrund seiner Größe ist ein Haus mit Garten komfortabel, wobei ein Garten gemeinsame Spaziergänge selbstverständlich nicht ersetzt.
Besonders charakteristisch ist seine häufig ausgeprägte Begeisterung für Wasser und Schwimmen.
Wasserarbeit kann deshalb eine ideale Beschäftigung darstellen. Dazu gehören Apportierübungen im Wasser und – bei entsprechender Ausbildung – Aufgaben aus der Wasserrettung.
Auch längere Spaziergänge und moderate Wanderungen eignen sich für einen ausgewachsenen gesunden Hund.
Während der Wachstumsphase sollten Gelenke und Knochen nicht durch übermäßiges Springen, Treppensteigen oder lange Laufeinheiten belastet werden.
Erziehung & Training
Der Landseer ist intelligent und grundsätzlich kooperationsbereit.
Aufgrund seiner später enormen Körpergröße ist eine konsequente Erziehung bereits beim Welpen besonders wichtig.
Ein 60 oder 70 Kilogramm schwerer Hund sollte zuverlässig an lockerer Leine laufen und sich auch in aufregenden Situationen kontrollieren lassen.
Positive Verstärkung, klare Regeln und ruhige Konsequenz sind besonders geeignet.
Auch eine umfassende Sozialisation mit Menschen, Hunden, Verkehr und unterschiedlichen Alltagssituationen ist wichtig.
Harte Trainingsmethoden sind bei diesem häufig sensiblen und menschenbezogenen Hund weder notwendig noch sinnvoll.
Fell & Pflege
Gesundheit
Wie bei vielen sehr großen Hunderassen können beim Landseer Erkrankungen des Bewegungsapparates auftreten.
Dazu gehören insbesondere Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED).
Auch verschiedene Herzerkrankungen können vorkommen.
Aufgrund des großen und tiefen Brustkorbs besteht außerdem ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung (GDV).
Eine weitere relevante genetische Erkrankung ist die Cystinurie, bei der bestimmte Aminosäuren nicht ausreichend über die Nieren rückresorbiert werden. Dadurch können sich Harnsteine bilden.
Eine verantwortungsvolle Zucht mit entsprechenden Gesundheitsuntersuchungen ist daher besonders wichtig.
Herkunft & Geschichte
Die Geschichte des Landseers ist eng mit großen Wasserhunden aus Neufundland verbunden.
Bereits im 18. und 19. Jahrhundert gelangten große schwarz-weiße Hunde von der kanadischen Insel Neufundland nach Großbritannien.
Dort wurden sie wegen ihrer Schwimmfähigkeit, Kraft und ihres auffälligen Erscheinungsbildes geschätzt.
Eine entscheidende Rolle für die Bekanntheit dieses Hundetyps spielte der britische Maler Sir Edwin Henry Landseer.
Er stellte die schwarz-weißen Hunde wiederholt in seinen Gemälden dar und machte diesen Typ dadurch so populär, dass er schließlich seinen Namen erhielt.
Auf dem europäischen Kontinent entwickelte sich der Landseer später züchterisch weiter.
Die FCI erkennt ihn heute als eigenständige Rasse unter der Bezeichnung Landseer (Europäisch-Kontinentaler Typ) an.
Besonderheiten
Eine der interessantesten Besonderheiten des Landseers ist seine Verbindung zur Kunstgeschichte.
Der Tiermaler Sir Edwin Landseer verewigte schwarz-weiße Neufundländer mehrfach auf seinen Gemälden.
Besonders berühmt wurde sein 1838 entstandenes Gemälde „A Distinguished Member of the Humane Society“. Es zeigt einen großen schwarz-weißen Hund namens Paul Pry, der der Überlieferung nach mit der Rettung von Menschen aus dem Wasser in Verbindung gebracht wurde.
Die Popularität dieser Gemälde führte schließlich dazu, dass schwarz-weiße Hunde dieses Typs als „Landseer“ bezeichnet wurden.
Für unser DOG-ROYAL-Rassenlexikon ist außerdem die Abgrenzung zum Neufundländer wichtig:
In der FCI-Systematik ist der Landseer (Europäisch-Kontinentaler Typ) eine eigenständige Rasse und nicht lediglich eine Farbvariante des Neufundländers.
Der Landseer ist tendenziell hochbeiniger und wirkt etwas leichter und sportlicher als der massigere Neufundländer.
Seine ausgeprägte Schwimmfähigkeit macht ihn bis heute für Wasserarbeit und Wasserrettung interessant.
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