Lagotto Romagnolo
Fröhlicher, intelligenter und arbeitsfreudiger italienischer Wasserhund mit charakteristischem lockigem Fell und hervorragendem Geruchssinn. Der Lagotto Romagnolo ist heute insbesondere als Trüffelsuchhund bekannt und verbindet hohe Lernfähigkeit mit einem anhänglichen, familienbezogenen Wesen.
Auf einen Blick
Passt diese Rasse zu mir?
Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Lagotto Romagnolo ist intelligent, aufmerksam und ausgesprochen menschenbezogen. Er entwickelt meist eine enge Bindung an seine Familie und arbeitet gerne gemeinsam mit seinen Bezugspersonen.
Typisch sind Lernfreude, Neugier und eine hohe Motivation für Aufgaben, bei denen er seine hervorragende Nase einsetzen kann.
Gegenüber Fremden können manche Lagotti zunächst etwas zurückhaltend sein. Eine gute Sozialisation ist deshalb wichtig.
Der Lagotto besitzt Temperament, ist bei ausreichender Beschäftigung im Haus jedoch meist angenehm ausgeglichen.
Seine Sensibilität sollte nicht unterschätzt werden. Eine hektische oder besonders harte Erziehung passt schlecht zu dieser Rasse.
Haltung & Auslastung
Der Lagotto benötigt regelmäßige Bewegung, vor allem aber geistige Beschäftigung.
Seine größte Stärke ist die Nasenarbeit. Besonders geeignet sind:
Trüffelsuche, Mantrailing, Fährtenarbeit, Gegenstandssuche, Suchspiele und Dummyarbeit.
Auch längere Spaziergänge, Wanderungen und verschiedene Hundesportarten können ihm viel Freude bereiten.
Als ehemaliger Wasserhund besitzen viele Lagotti weiterhin eine ausgeprägte Affinität zu Wasser.
Eine Wohnungshaltung ist möglich, wenn der Hund ausreichend Bewegung und Beschäftigung erhält. Ein Garten allein ersetzt die gemeinsame Aktivität nicht.
Erziehung & Training
Der Lagotto Romagnolo besitzt eine sehr hohe Lernfähigkeit und möchte in der Regel mit seinem Menschen zusammenarbeiten.
Positive Verstärkung und abwechslungsreiche Trainingseinheiten führen meist schnell zu guten Ergebnissen.
Besonders erfolgreich ist Training, wenn der Hund seine Nase einsetzen darf.
Auch Ruhetraining ist wichtig. Gerade junge Lagotti können sehr aktiv und reizempfänglich sein und müssen lernen, nicht permanent beschäftigt zu werden.
Eine frühe Sozialisation mit Menschen, anderen Hunden, unterschiedlichen Untergründen, Geräuschen und Alltagssituationen hilft dabei, einen souveränen Begleiter zu entwickeln.
Auch die spätere Fell- und Körperpflege sollte bereits beim Welpen trainiert werden.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Lagotto Romagnolo gilt grundsätzlich als robuste und vergleichsweise langlebige Rasse. Dennoch gibt es einige wichtige erblich bedingte Erkrankungen.
Dazu gehört die juvenile Epilepsie des Lagotto Romagnolo (BFJE – Benign Familial Juvenile Epilepsy). Für die genetische Veranlagung steht ein DNA-Test zur Verfügung.
Eine weitere relevante Erbkrankheit ist die Lagotto Storage Disease (LSD), eine neurologische Speicherkrankheit, für die ebenfalls genetische Tests verfügbar sind.
Auch Hüftgelenksdysplasie (HD) sowie verschiedene Augenerkrankungen können auftreten.
Eine verantwortungsvolle Zucht sollte entsprechende genetische Tests und Gesundheitsuntersuchungen berücksichtigen.
Die dicht behaarten Ohren sollten außerdem regelmäßig kontrolliert werden.
Herkunft & Geschichte
Der Lagotto Romagnolo stammt aus Italien und gilt als eine traditionsreiche Wasserhunderasse.
Seine Geschichte ist besonders mit den Feucht- und Sumpfgebieten der Romagna im Norden Italiens verbunden.
Dort wurden seine Vorfahren als Wasser- und Apportierhunde bei der Jagd auf Wasservögel eingesetzt. Das dichte, lockige Fell bot einen guten Schutz gegen Wasser und niedrige Temperaturen.
Mit der zunehmenden Trockenlegung der Sumpfgebiete verlor diese ursprüngliche Aufgabe an Bedeutung.
Die außergewöhnliche Nase des Lagotto führte jedoch zu einem neuen Einsatzgebiet: der Suche nach Trüffeln.
Durch gezielte Zucht entwickelte sich daraus der moderne Lagotto Romagnolo.
Besonderheiten
Der Lagotto Romagnolo gilt als die weltweit einzige von der FCI ausdrücklich als Trüffelsuchhund spezialisierte Hunderasse.
Sein Name verrät gleichzeitig viel über seine Vergangenheit.
„Lago“ bedeutet auf Italienisch See. Der Begriff „Lagotto“ bezeichnete regional sinngemäß einen Wasser- beziehungsweise Seehund. Romagnolo verweist auf seine Herkunft aus der Romagna.
Eine weitere Besonderheit ist sein Fell. Der Lagotto verliert nur sehr wenige Haare, benötigt dafür jedoch regelmäßige Pflege und einen fachgerechten Schnitt.
Das Fell sollte seine natürliche lockige Struktur behalten und nicht wie bei manchen Ausstellungshunden kunstvoll frisiert werden.
Interessant ist auch die Veränderung seines Jagdtriebes: Bei der Entwicklung zum spezialisierten Trüffelhund wurde gezielt Wert darauf gelegt, dass der ursprüngliche Jagdinstinkt weniger stark ausgeprägt ist. Dadurch soll der Hund bei der Trüffelsuche nicht ständig durch Wildgeruch abgelenkt werden.
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