Islandhund
Fröhlicher, robuster und ausgesprochen menschenbezogener nordischer Hütehund aus Island. Der Islandhund ist intelligent, bewegungsfreudig und wachsam und besitzt die für Spitze typische Kommunikationsfreude. Ursprünglich half er auf isländischen Bauernhöfen beim Hüten und Zusammentreiben von Schafen und anderen Nutztieren. Heute ist er ein aktiver, freundlicher Familienhund, der engen Kontakt zu seinen Menschen und regelmäßige Beschäftigung benötigt.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Islandhund ist freundlich, fröhlich, neugierig und ausgesprochen menschenbezogen.
Zu seiner Familie entwickelt er normalerweise eine enge Bindung und möchte möglichst an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen.
Gegenüber fremden Menschen ist er häufig aufgeschlossen und neugierig.
Ein ausgeprägter Schutztrieb gehört nicht zu seinen typischen Eigenschaften.
Dafür besitzt er einen starken Meldeinstinkt. Ungewöhnliche Geräusche, Besucher oder Veränderungen in seiner Umgebung werden gerne akustisch angekündigt.
Mit anderen Hunden gilt der gut sozialisierte Islandhund normalerweise als ausgesprochen verträglich.
Seine freundliche und soziale Grundhaltung macht ihn grundsätzlich zu einem angenehmen Familienhund.
Haltung & Auslastung
Der Islandhund benötigt täglich ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung.
Lange Spaziergänge und Wanderungen passen hervorragend zu seiner robusten und ausdauernden Natur.
Geeignete Beschäftigungen sind Agility, Hoopers, Rally Obedience, Obedience, Treibball, Mantrailing, Nasenarbeit und Hütearbeit.
Viele Islandhunde besitzen weiterhin deutliche Hüteanlagen.
Auch Such- und Lernspiele lassen sich hervorragend in den Alltag integrieren.
Seine enge Menschenbezogenheit bedeutet allerdings, dass eine reine Außenhaltung trotz seiner enormen Wetterfestigkeit nicht empfehlenswert ist.
Erziehung & Training
Der Islandhund ist intelligent und arbeitet meist gerne mit seinen Menschen zusammen.
Positive Verstärkung und abwechslungsreiches Training funktionieren hervorragend.
Seine größte erzieherische Herausforderung ist häufig die Bellfreude.
Diese ist historisch durchaus sinnvoll: Der Hund musste Vieh bewegen, Veränderungen melden und beispielsweise vor herannahenden Tieren warnen.
Im heutigen Wohnumfeld sollte deshalb von Beginn an ein zuverlässiges Ruhe- beziehungsweise Abbruchsignal aufgebaut werden.
Auch das Alleinbleiben verdient besondere Aufmerksamkeit, da viele Islandhunde ausgesprochen sozial orientiert sind.
Eine frühe und abwechslungsreiche Sozialisation unterstützt seine ohnehin meist freundliche Wesensentwicklung.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Islandhund gilt insgesamt als robuste und vergleichsweise langlebige Rasse.
Dennoch können verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen auftreten.
Dazu gehört insbesondere die Hüftgelenksdysplasie (HD).
Auch Patellaluxation kann vorkommen.
Verschiedene Augenerkrankungen werden ebenfalls beobachtet, weshalb regelmäßige ophthalmologische Untersuchungen der Zuchttiere sinnvoll sind.
Dazu können unter anderem erbliche Katarakte beziehungsweise andere Veränderungen des Auges gehören.
Da die moderne Population auf einer relativ begrenzten Anzahl von Hunden basiert, spielen genetische Vielfalt und kontrollierte Zuchtprogramme eine wichtige Rolle.
Herkunft & Geschichte
Der Islandhund gilt als die einzige einheimische Hunderasse Islands.
Seine Vorfahren gelangten vermutlich mit skandinavischen Siedlern beziehungsweise Wikingern nach Island, die die Insel ab dem späten 9. Jahrhundert dauerhaft besiedelten.
Die mitgebrachten nordischen Hunde entwickelten sich unter den besonderen Bedingungen Islands über viele Generationen zu einem eigenständigen Typ.
Auf Bauernhöfen erfüllten sie zahlreiche Aufgaben.
Besonders wichtig war das Hüten und Zusammentreiben von Schafen.
Da Nutztiere teilweise frei über große Gebiete verteilt waren, benötigten die Bauern intelligente, ausdauernde und selbstständig arbeitende Hunde.
Besonderheiten
Eine faszinierende historische Besonderheit ist die lange Isolation Islands.
Zum Schutz der einheimischen Tierpopulation wurden die Einfuhrmöglichkeiten für Hunde stark eingeschränkt. Dadurch entwickelte sich der Islandhund über lange Zeit vergleichsweise isoliert.
Die Rasse geriet dennoch mehrfach in existenzielle Schwierigkeiten.
Im 19. Jahrhundert dezimierten Krankheiten und andere Faktoren den Hundebestand erheblich.
Später führten gesellschaftliche Veränderungen und die zunehmende Einfuhr beziehungsweise Nutzung anderer Hundetypen dazu, dass der traditionelle Islandhund selten wurde.
Im 20. Jahrhundert begann deshalb ein gezieltes Erhaltungsprogramm.
Besonders charakteristisch ist sein Verhalten gegenüber Vögeln.
Islandhunde mussten auf Bauernhöfen aufmerksam auf große Greifvögel reagieren, die insbesondere für junge Nutztiere eine mögliche Gefahr darstellen konnten.
Viele Vertreter beobachten deshalb bis heute ungewöhnlich aufmerksam den Himmel und reagieren deutlich auf vorbeifliegende Vögel.
Ein weiteres typisches Merkmal befindet sich an den Hinterläufen: doppelte Afterkrallen sind erwünscht.
Der Islandhund besitzt außerdem zwei Fellvarianten – kurzhaarig und langhaarig. Beide verfügen über die für das isländische Klima entscheidende dichte Unterwolle.
Seine über dem Rücken eingerollte Rute, die kleinen aufgerichteten Ohren und sein wacher Gesichtsausdruck zeigen deutlich seine Zugehörigkeit zu den nordischen Spitzen.
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