Border Terrier
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Border Terrier

Kleiner, robuster und ausdauernder britischer Arbeitsterrier mit charakteristischem „otterähnlichem“ Kopf. Der Border Terrier wurde für die Jagd im Grenzgebiet zwischen England und Schottland gezüchtet und musste schnell genug sein, um Pferden und Jagdhunden zu folgen, gleichzeitig aber klein genug, um einen Fuchs unter der Erde zu verfolgen. Er ist lebhaft, intelligent, anhänglich und für einen Terrier häufig erstaunlich sozial, besitzt jedoch einen ausgeprägten Jagdtrieb.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Großbritannien
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 3 – Terrier
FCI-Standard Nr. 10
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Größe 28–40 cm
Gewicht 5–7 kg
Größenklasse Klein: 26–40 cm
Alternative Rassenamen Border Terrier; Border-Terrier; Border

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Hoch
Bewegungsbedarf Hoch
Trainierbarkeit Hoch
Für Anfänger geeignet Ja
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Hoch
Alleinbleiben Mittel
Verträglichkeit mit Hunden Hoch
Jagdtrieb Sehr hoch
Bellneigung Mittel
Pflegeaufwand Mittel

Weitere Eigenschaften

Energielevel Hoch
Schutztrieb Gering
Fremdenfreundlichkeit Hoch
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Mittel
Kälteverträglichkeit Hoch

Charakter & Wesen

Der Border Terrier ist lebhaft, mutig, intelligent und freundlich.

Für einen ursprünglich jagdlich eingesetzten Terrier besitzt er häufig eine bemerkenswert hohe Sozialverträglichkeit.

Das hat historische Gründe: Bei der traditionellen Fuchsjagd musste er gemeinsam mit anderen Hunden arbeiten und durfte innerhalb des Rudels nicht permanent Konflikte verursachen.

Zu seinen Menschen entwickelt er normalerweise eine enge Bindung.

Viele Border Terrier sind ausgesprochen fröhlich und verspielt und behalten diese Eigenschaften bis ins höhere Alter.

Gleichzeitig sollte sein freundliches Erscheinungsbild nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein echter Arbeitsterrier mit großer Entschlossenheit ist.

Haltung & Auslastung

Der Border Terrier ist klein, besitzt aber eine erstaunliche körperliche Leistungsfähigkeit.

Er wurde dafür gezüchtet, über längere Strecken mit Pferden und größeren Jagdhunden Schritt zu halten.

Entsprechend benötigt er täglich ausreichend Bewegung.

Lange Spaziergänge und Wanderungen eignen sich hervorragend.

Auch Mantrailing, Fährtenarbeit, Nasenarbeit, Hoopers, Agility, Rally Obedience und Suchspiele entsprechen seinen Anlagen.

Viele Border Terrier sind zudem begeisterte Buddler.

Ein eigener Garten sollte deshalb zuverlässig gesichert sein – sowohl oberhalb als auch im Bereich des Zaunfundaments.

Erziehung & Training

Der Border Terrier ist intelligent und für einen Terrier vergleichsweise kooperativ.

Eine Erziehung mit positiver Verstärkung, klaren Regeln und abwechslungsreichen Aufgaben funktioniert besonders gut.

Die größte Herausforderung ist häufig der Jagdtrieb.

Kaninchen, Füchse und andere kleine Tiere können innerhalb von Sekunden seine gesamte Aufmerksamkeit beanspruchen.

Der Rückruf sollte deshalb bereits im Welpenalter intensiv aufgebaut werden.

Auch Impulskontrolle und Orientierung am Menschen sind wichtig.

Seine Freundlichkeit darf nicht dazu verleiten, auf konsequente Erziehung zu verzichten. Border Terrier erkennen inkonsequente Regeln ausgesprochen schnell.

Fell & Pflege

Felllänge Mittellang
Fellstruktur Dicht
Unterwolle Mittel
Haaren Gering
Fellfarben Rot, Gelb, Blau
Allergiker-Eignung Bedingt

Gesundheit

Der Border Terrier gilt grundsätzlich als robuste und langlebige Rasse.

Dennoch sind einige gesundheitliche Besonderheiten bekannt.

Eine davon ist das Canine Epileptoid Cramping Syndrome (CECS), das inzwischen häufig auch als Paroxysmal Gluten-Sensitive Dyskinesia (PGSD) bezeichnet wird.

Betroffene Hunde können anfallsartige Bewegungsstörungen zeigen, ohne dass es sich um klassische epileptische Anfälle handeln muss.

Auch Epilepsie kann auftreten.

Weitere mögliche Erkrankungen sind Patellaluxation, Hüftprobleme und verschiedene Augenerkrankungen.

Verantwortungsvolle Züchter berücksichtigen entsprechende Gesundheitsuntersuchungen und die gesundheitliche Vorgeschichte ihrer Zuchtlinien.

Herkunft & Geschichte

Der Border Terrier stammt aus dem Grenzgebiet zwischen England und Schottland.

Genau daraus leitet sich sein Name ab: „Border“ bedeutet Grenze.

Besonders eng ist seine Geschichte mit Northumberland und den angrenzenden schottischen Regionen verbunden.

Dort benötigten Farmer und Jäger einen kleinen, wetterfesten und ausgesprochen ausdauernden Terrier.

Der Hund musste eine ungewöhnliche Kombination von Eigenschaften besitzen.

Er sollte lange genug laufen können, um Pferden und Foxhounds zu folgen, gleichzeitig aber schmal genug sein, um einem Fuchs in seinen Bau folgen zu können.

Diese Anforderungen prägen den Körperbau der Rasse bis heute.

Besonderheiten

Eines der bekanntesten Merkmale des Border Terriers ist sein Kopf.

Der Rassestandard beschreibt ihn als einem Otterkopf ähnlich.

Der relativ kurze, kräftige Fang und der breite, eher flache Schädel erzeugen den unverwechselbaren Ausdruck.

Eine weitere Besonderheit ist der Körperbau.

Ein traditioneller Border Terrier sollte so schmal gebaut sein, dass ein Mensch seinen Brustkorb mit beiden Händen umfassen kann. Dieses sogenannte „Spanning“ hat einen praktischen historischen Hintergrund: Ein zu breiter Terrier hätte einem Fuchs nicht durch enge unterirdische Gänge folgen können.

Auch seine relativ langen Beine unterscheiden ihn von manchen anderen kleinen Terriern.

Der Border sollte kein extrem niederläufiger Hund sein, sondern genügend Bodenfreiheit und Ausdauer besitzen, um bei einer berittenen Jagd mithalten zu können.

Sein Fell wird traditionell getrimmt beziehungsweise von Hand ausgezupft (Handstripping). Dabei werden abgestorbene Haare entfernt. Regelmäßiges Scheren verändert dagegen langfristig Struktur und Farbe des typischen drahtigen Terrierfells.

Interessant ist außerdem sein ursprünglicher Arbeitsstil: Ein guter Border Terrier sollte gegenüber einem Fuchs entschlossen sein, gleichzeitig aber sozial genug, um problemlos mit einer ganzen Meute anderer Hunde zusammenzuarbeiten.

Diese historische Selektion erklärt, warum der Border heute häufig als einer der sozialeren klassischen Arbeitsterrier gilt.

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