Beauceron
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Beauceron

Großer, kraftvoller und intelligenter französischer Hüte- und Gebrauchshund mit ausgeprägtem Wach- und Schutzinstinkt. Der Beauceron ist loyal, belastbar und arbeitsfreudig und verbindet körperliche Stärke mit hoher Lernfähigkeit und Eigenständigkeit. Er benötigt konsequente Erziehung, intensive Sozialisation und ausreichend Beschäftigung und eignet sich deshalb besonders für erfahrene, aktive Hundehalter.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Frankreich
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde
FCI-Standard Nr. 44
Lebenserwartung 10–13 Jahre
Größe 61–70 cm
Gewicht 30–45 kg
Größenklasse Groß: 61–70 cm
Alternative Rassenamen Beauceron; Berger de Beauce; Bas-Rouge; Französischer Schäferhund; Beauce Shepherd

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Sehr hoch
Bewegungsbedarf Sehr hoch
Trainierbarkeit Sehr hoch
Für Anfänger geeignet Nein
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Gering
Alleinbleiben Mittel
Verträglichkeit mit Hunden Mittel
Jagdtrieb Mittel
Bellneigung Mittel
Pflegeaufwand Niedrig

Weitere Eigenschaften

Energielevel Sehr hoch
Schutztrieb Sehr hoch
Fremdenfreundlichkeit Gering
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Mittel
Kälteverträglichkeit Hoch

Charakter & Wesen

Der Beauceron ist selbstbewusst, intelligent, loyal und ausgesprochen belastbar.

Zu seinen Bezugspersonen entwickelt er meist eine sehr enge Bindung und besitzt einen natürlichen Wach- und Schutzinstinkt.

Fremden Menschen gegenüber kann er reserviert auftreten und beobachtet neue Situationen häufig zunächst aufmerksam.

Ein gut sozialisierter Beauceron sollte souverän und kontrollierbar sein und nicht grundlos aggressiv reagieren.

Seine körperliche Stärke und sein Selbstbewusstsein machen ihn jedoch zu einem Hund, der klare Führung benötigt.

Viele Beaucerons reifen vergleichsweise langsam. Hinter einem bereits beeindruckend großen Körper kann deshalb noch längere Zeit ein temperamentvoller Junghund stecken.

Haltung & Auslastung

Der Beauceron benötigt viel Bewegung und anspruchsvolle geistige Beschäftigung.

Er ist kein Hund, der allein durch lange Spaziergänge ausgelastet wird.

Geeignet sind insbesondere Obedience, Fährtenarbeit, Mantrailing, Hütearbeit, Gebrauchshundesport, Rettungshundearbeit und anspruchsvolle Nasenarbeit.

Auch lange Wanderungen und nach entsprechendem körperlichem Aufbau sportliche Aktivitäten sind möglich.

Sein Alltag sollte körperliche Bewegung, konzentrierte Arbeit und Ruhephasen miteinander verbinden.

Eine reine Gartenhaltung ist ungeeignet. Der Beauceron benötigt engen sozialen Kontakt zu seinen Menschen.

Erziehung & Training

Der Beauceron ist ausgesprochen lernfähig und besitzt eine schnelle Auffassungsgabe.

Gleichzeitig ist er selbstbewusst und kann eigenständig Entscheidungen treffen.

Seine Erziehung sollte deshalb klar, konsequent, ruhig und fair erfolgen.

Positive Verstärkung und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind wesentlich sinnvoller als unnötige Härte.

Eine umfassende Sozialisation ist besonders wichtig. Der junge Hund sollte unterschiedliche Menschen, Tiere, Verkehrssituationen und Umgebungen kontrolliert kennenlernen.

Impulskontrolle und Frustrationstoleranz sollten ebenfalls früh trainiert werden.

Aufgrund seiner Größe und Kraft müssen grundlegende Alltagssignale zuverlässig funktionieren.

Fell & Pflege

Felllänge Kurz
Fellstruktur Dicht
Unterwolle Stark
Haaren Stark
Fellfarben Schwarz, Grau, Falbfarben
Allergiker-Eignung Eher gering

Gesundheit

Der Beauceron gilt grundsätzlich als robuste und funktional gebaute Rasse.

Dennoch können verschiedene Erkrankungen auftreten.

Besonders relevant ist die Hüftgelenksdysplasie (HD).

Auch Ellenbogendysplasie (ED) und verschiedene Augenerkrankungen können vorkommen.

Wie bei anderen großen, tiefbrüstigen Hunden besteht außerdem ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung (GDV), die einen akuten tiermedizinischen Notfall darstellt.

Auch Herzerkrankungen können innerhalb der Rasse auftreten.

Verantwortungsvolle Züchter sollten insbesondere auf orthopädische Gesundheit, Wesen und genetische Vielfalt achten.

Herkunft & Geschichte

Der Beauceron ist eine traditionsreiche französische Hütehundrasse.

Seine Vorfahren wurden über Jahrhunderte zum Hüten und Treiben großer Schafherden eingesetzt.

Die Hunde mussten ausdauernd, intelligent und robust sein und Herden auch über größere Entfernungen begleiten können.

Im 19. Jahrhundert begann die systematischere Einteilung französischer Schäferhunde.

Dabei wurden insbesondere zwei Typen unterschieden: der langhaarige Berger de Brie, heute Briard, und der kurzhaarige Berger de Beauce, der heutige Beauceron.

Die Bezeichnungen beziehen sich auf französische Regionen, obwohl die tatsächliche historische Verbreitung der Hunde nicht ausschließlich auf diese Gebiete beschränkt war.

Neben der Hütearbeit wurde der Beauceron später auch als Militär-, Melde-, Wach- und Gebrauchshund eingesetzt.

Besonderheiten

Eine der auffälligsten Besonderheiten des Beaucerons befindet sich an seinen Hinterläufen:

Der Rassestandard verlangt doppelte Afterkrallen an beiden Hinterläufen.

Diese zusätzlichen Zehen müssen deutlich ausgebildet sein und gehören zu den charakteristischen Rassemerkmalen.

Ein weiteres Markenzeichen sind die roten beziehungsweise lohfarbenen Abzeichen an den Läufen.

Daraus entstand in Frankreich der traditionelle Beiname „Bas-Rouge“, was sinngemäß „rote Strümpfe“ bedeutet.

Interessant ist außerdem die Harlekin-Farbvariante. Dabei wird die schwarze Grundfarbe durch graue Bereiche beziehungsweise eine marmorierte Zeichnung ergänzt, während die charakteristischen lohfarbenen Abzeichen erhalten bleiben.

Der Beauceron wird gelegentlich aufgrund seiner schwarz-lohfarbenen Zeichnung mit dem Dobermann verwechselt. Tatsächlich handelt es sich um deutlich unterschiedliche Rassen mit eigener Geschichte.

Der Beauceron ist kräftiger und rustikaler gebaut und besitzt seine Wurzeln vor allem in der französischen Hüte- und Treibarbeit.

Eine weitere Besonderheit ist seine Vielseitigkeit. Neben seiner ursprünglichen Tätigkeit als Hütehund wurde er historisch auch im Militär eingesetzt und kann heute unter anderem in Rettungshundearbeit, Hundesport und anspruchsvoller Nasenarbeit überzeugen.

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