Erregungsschwelle
Die Erregungsschwelle bezeichnet den Punkt, an dem die emotionale Erregung eines Hundes so stark ansteigt, dass ruhiges, ansprechbares und kontrolliertes Verhalten zunehmend schwieriger wird.
Hunde reagieren auf Reize nicht immer gleich stark. Geräusche, andere Hunde, Menschen, Wildtiere oder ungewohnte Situationen können die Erregung erhöhen. Solange ein Hund unter seiner Erregungsschwelle bleibt, kann er seine Umwelt meist noch wahrnehmen, auf seinen Menschen reagieren und gelerntes Verhalten zeigen.
Nähert er sich seiner individuellen Schwelle, können sich erste Veränderungen zeigen: Der Hund fixiert stärker, wird unruhig, beschleunigt seine Bewegungen, reagiert schlechter auf Signale oder nimmt möglicherweise keine Belohnung mehr an. Wird die Schwelle überschritten, kann die Erregung so hoch sein, dass kontrolliertes Verhalten und Lernen deutlich erschwert sind.
Die Erregungsschwelle ist keine feste Größe. Sie kann unter anderem von Tagesform, Stress, Müdigkeit, vorherigen Erlebnissen, Umgebung und Intensität eines Reizes beeinflusst werden. Auch die Entfernung spielt häufig eine wichtige Rolle: Ein Hund kann beispielsweise einen Artgenossen auf 30 Metern gelassen beobachten, auf fünf Metern aber stark reagieren.
Für das Training ist es deshalb hilfreich, die individuellen Anzeichen des eigenen Hundes frühzeitig zu erkennen und möglichst in einem Bereich zu arbeiten, in dem er noch ansprechbar und lernfähig ist.
Praxis-Tipp
Beobachte Deinen Hund schon vor einer starken Reaktion. Fixieren, Körperspannung, veränderte Atmung oder nachlassende Ansprechbarkeit können Hinweise auf steigende Erregung sein. Mehr Abstand zu einem Auslöser kann helfen, wieder unter die Erregungsschwelle zu kommen.
DOG ROYAL Merksatz
Gutes Training beginnt nicht erst bei der Reaktion, sondern möglichst vor dem Überschreiten der Erregungsschwelle.
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