Verdaulichkeit
Verdaulichkeit beschreibt, welcher Anteil eines Futters oder Nährstoffs im Verdauungstrakt aufgeschlossen und aufgenommen werden kann.
Ausführliche Erklärung
Was ein Futter enthält und was davon genutzt werden kann, sind unterschiedliche Fragen. Die Verdaulichkeit kann sich auf die Trockenmasse, Protein, Fett oder andere Bestandteile beziehen. Sie ist deshalb keine einzelne Zahl, die sich aus dem Fleischanteil oder dem Rohproteinwert sicher ableiten lässt.
Bei der sogenannten scheinbaren Verdaulichkeit wird die Aufnahme mit der über den Kot ausgeschiedenen Menge verglichen. Die Ausscheidungen enthalten allerdings auch körpereigene Bestandteile und Mikroorganismen. Das Ergebnis ist daher nicht mit einer vollständig korrigierten Messung der tatsächlichen Nährstoffaufnahme gleichzusetzen.
Rezeptur, Verarbeitung und der einzelne Hund beeinflussen die Nutzung eines Futters. Wenig Kot beweist für sich allein keine umfassend hohe Futterqualität; umgekehrt ist eine einzelne weichere Ausscheidung noch kein belastbarer Verdaulichkeitstest. Beobachtungen zu Kot, Fressverhalten, Gewicht und Befinden sind gemeinsam hilfreicher.
Frage bei einem beworbenen Verdaulichkeitswert nach, was genau gemessen wurde und wie die Untersuchung durchgeführt wurde. Bei anhaltendem Durchfall, Gewichtsverlust oder anderen Beschwerden ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll. Die Auswahl eines anderen Produkts ersetzt diese Untersuchung nicht. Ein gut deklariertes, zur Lebensphase passendes Futter bleibt die Grundlage einer geordneten Vorauswahl.
Praxis-Tipp
Wenn ein Hersteller „hochverdaulich“ angibt, frage nach der untersuchten Nährstoffgruppe und dem Prüfverfahren. Eine Prozentzahl ohne Bezug ist kaum vergleichbar.
DOG ROYAL Merksatz
Entscheidend ist nicht nur, was im Napf steckt, sondern auch, was der Hund daraus nutzen kann.
Passend dazu: Futterdeklaration und Bedarfsdeckung.
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Fachliche Grundlage: FEDIAF – Ernährungsleitlinien 2025.