Umorientierung
Umorientierung bedeutet im Hundetraining, dass ein Hund seine Aufmerksamkeit von einem Reiz löst und sie einer anderen Richtung oder seiner Bezugsperson zuwendet.
Ausführliche Erklärung
Dein Hund entdeckt einen anderen Hund, ein Fahrrad oder einen spannenden Geruch. Bei einer Umorientierung löst er sich mit seiner Aufmerksamkeit davon und wendet sich beispielsweise dir zu oder geht mit dir in eine andere Richtung. Das kann freiwillig geschehen oder durch ein zuvor gelerntes Signal unterstützt werden.
Die Fähigkeit ist besonders im Begegnungstraining hilfreich. Ziel ist nicht, dass der Hund seine Umgebung dauerhaft ausblendet. Er darf Reize wahrnehmen und soll zugleich eine gut erreichbare Möglichkeit kennenlernen, wieder Kontakt aufzunehmen oder Abstand zu gewinnen.
Der Aufbau beginnt ohne starke Ablenkung. Bestätige einen freiwilligen Blick zu dir oder übe ein eindeutiges Orientierungssignal mit einer passenden Belohnung. Erst wenn das leicht gelingt, kommen schwache Ablenkungen hinzu. Bei Hundebegegnungen erleichtert genügend Abstand den Aufmerksamkeitswechsel.
Ist ein Hund bereits stark angespannt oder verfolgt einen Reiz, kann das Signal zu schwierig sein. Dann helfen zunächst mehr Distanz und eine sicher geführte Leine. Rucken, Anschreien oder endloses Wiederholen machen die Aufgabe nicht verständlicher. Umorientierung ist ein Trainingsbaustein und ersetzt weder Rückruf noch vorausschauendes Management.
Praxis-Tipp
Belohne auf Spaziergängen gelegentliche freiwillige Rückblicke, bevor du ein Signal brauchst. Übe Richtungswechsel zunächst an ruhigen Stellen und halte die Aufgabe bei Begegnungen leicht genug.
DOG ROYAL Merksatz
Wer sich wieder zuwenden kann, gewinnt Handlungsspielraum.
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Passend dazu: Begegnungstraining und Rückruf.