Finnischer Spitz
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Finnischer Spitz

Lebhafter, intelligenter und selbstständiger nordischer Jagdspitz aus Finnland mit gold- bis rotfarbenem Fell und eingerollter Rute. Der Finnische Spitz ist aufmerksam, bewegungsfreudig und familienbezogen, besitzt aber deutlichen Jagdtrieb und eine ausgeprägte Bellfreudigkeit.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Finnland
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp
FCI-Standard Nr. 49
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Größe 39–50 cm
Gewicht 7–13 kg
Größenklasse Mittelgroß: 41–60 cm
Alternative Rassenamen Finnischer Spitz; Suomenpystykorva; Finnish Spitz; Finsk Spets; Finnish Hunting Spitz

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Aktivitätslevel Sehr hoch
Bewegungsbedarf Sehr hoch
Trainierbarkeit Mittel
Für Anfänger geeignet Bedingt
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Mittel
Alleinbleiben Mittel
Verträglichkeit mit Hunden Mittel
Jagdtrieb Sehr hoch
Bellneigung Sehr hoch
Pflegeaufwand Mittel

Weitere Eigenschaften

Energielevel Sehr hoch
Schutztrieb Mittel
Fremdenfreundlichkeit Mittel
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Mittel
Kälteverträglichkeit Sehr hoch

Charakter & Wesen

Der Finnische Spitz ist lebhaft, aufmerksam, intelligent und selbstbewusst.

Er besitzt die für viele nordische Jagdspitze typische Kombination aus enger Bindung an seine Menschen und deutlicher Eigenständigkeit.

Innerhalb seiner Familie zeigt er sich meist freundlich, anhänglich und verspielt.

Fremden gegenüber kann er zunächst zurückhaltend sein, ohne grundsätzlich aggressiv zu sein.

Seine Aufmerksamkeit gegenüber Veränderungen in der Umgebung ist ausgesprochen hoch.

Vor allem besitzt er eine besondere kommunikative Eigenschaft: Der Finnische Spitz bellt gerne und viel – und genau das war über Generationen ausdrücklich erwünscht.

Haltung & Auslastung

Der Finnische Spitz benötigt täglich viel Bewegung und geistige Beschäftigung.

Ideal ist eine seinen ursprünglichen Anlagen entsprechende jagdliche Führung.

Als alternative Beschäftigungen eignen sich Mantrailing, Fährtenarbeit, Suchspiele, Nasenarbeit, längere Wanderungen und kontrolliertes Lauftraining.

Er liebt es, seine Umgebung intensiv zu erkunden.

Aufgrund seines starken Jagdtriebs ist Freilauf in wildreichen Gebieten nicht immer problemlos möglich.

Ein Garten sollte entsprechend sicher eingezäunt sein.

Für eine Wohnung kann die Rasse grundsätzlich geeignet sein, wenn genügend Bewegung geboten wird. Die ausgeprägte Bellfreude kann in dicht besiedelten Wohnlagen allerdings problematisch werden.

Erziehung & Training

Der Finnische Spitz ist intelligent und lernfähig, besitzt aber einen ausgeprägten eigenen Willen.

Er wurde darauf selektiert, bei der Jagd selbstständig zu suchen und Entscheidungen zu treffen.

Seine Erziehung sollte deshalb freundlich, konsequent, geduldig und abwechslungsreich erfolgen.

Besonders wichtig sind Rückruf und Impulskontrolle.

Auch ein kontrolliertes Bellverhalten sollte früh trainiert werden.

Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass Lautgeben tief in der genetisch geprägten Arbeitsweise dieser Rasse verankert ist.

Das Ziel sollte deshalb eher kontrollierbares als vollkommen unterdrücktes Bellverhalten sein.

Fell & Pflege

Felllänge Mittellang
Fellstruktur Glatt
Unterwolle Stark
Haaren Sehr stark
Fellfarben Rot
Allergiker-Eignung Eher gering

Gesundheit

Der Finnische Spitz gilt insgesamt als robuste und langlebige Rasse.

Wie bei vielen Hunden können dennoch Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation und verschiedene Augenerkrankungen auftreten.

Auch Epilepsie kommt innerhalb der Population vor.

Verantwortungsvolle Zucht achtet auf Gelenkgesundheit, Augen und bekannte gesundheitliche Belastungen innerhalb der jeweiligen Zuchtlinien.

Aufgrund seines funktionalen Körperbaus weist der Finnische Spitz keine extremen anatomischen Merkmale auf.

Ein gesundes Körpergewicht und ausreichend Bewegung unterstützen die langfristige Gesundheit des Bewegungsapparates.

Herkunft & Geschichte

Der Finnische Spitz gehört zu den traditionellen nordischen Jagdhunden.

Hunde ähnlichen Typs begleiteten Menschen in den nördlichen Regionen Europas über viele Jahrhunderte.

Sie wurden insbesondere für die Jagd in den ausgedehnten finnischen Waldgebieten eingesetzt.

Mit zunehmender Einkreuzung anderer Hunde drohte der ursprüngliche Typ im 19. Jahrhundert zu verschwinden.

Finnische Kynologen und Jäger begannen deshalb, besonders ursprüngliche Exemplare in abgelegenen Regionen zu suchen und gezielt weiterzuzüchten.

Eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Entwicklung der Rasse spielte Hugo Roos, der Ende des 19. Jahrhunderts geeignete Hunde zusammentrug und die Reinzucht förderte.

Besonderheiten

Die außergewöhnlichste Eigenschaft des Finnischen Spitzes ist seine traditionelle Jagdmethode.

Seine Spezialität ist insbesondere die Jagd auf Waldvögel wie Auerhuhn und Birkhuhn.

Der Hund sucht selbstständig das Gelände ab.

Fliegt ein Vogel auf einen Baum, verfolgt der Hund dessen Bewegung aufmerksam und versucht festzustellen, auf welchem Baum er gelandet ist.

Anschließend beginnt der Finnische Spitz, den Vogel rhythmisch und ausdauernd zu verbellen.

Dabei bewegt er sich teilweise um den Baum und beschäftigt beziehungsweise fixiert die Aufmerksamkeit des Vogels.

Der Jäger kann sich währenddessen anhand des Bellens orientieren und möglichst unbemerkt nähern.

Die Stimme ist deshalb bei dieser Rasse nicht bloß Kommunikation – sie ist ein zentrales Arbeitswerkzeug.

In Finnland werden sogar Wettbewerbe veranstaltet, bei denen die jagdliche Leistung und das Bellverhalten der Hunde bewertet werden.

Der Finnische Spitz kann eine außergewöhnlich hohe Bellfrequenz erreichen. Gerade diese Eigenschaft erklärt, warum die Rasse trotz ihrer moderaten Größe nicht automatisch ein unkomplizierter Wohnungshund ist.

Eine weitere Besonderheit ist seine nationale Bedeutung: Der Finnische Spitz wurde 1979 zum Nationalhund Finnlands erklärt.

Sein fuchsähnliches Erscheinungsbild mit spitzem Fang, kleinen aufgerichteten Ohren, rotgoldenem Fell und über dem Rücken eingerollter Rute macht ihn zudem unverwechselbar.

Die finnische Bezeichnung Suomenpystykorva bedeutet sinngemäß „Finnischer Stehohrhund“ beziehungsweise „Finnischer Spitz“.

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