English Cocker Spaniel
DOG ROYAL HUNDERASSEN

English Cocker Spaniel

Fröhlicher, temperamentvoller und menschenbezogener britischer Stöberhund mit langen, befederten Ohren und ständig bewegter Rute. Der English Cocker Spaniel wurde ursprünglich für die Jagd auf Federwild entwickelt und verbindet einen hervorragenden Geruchssinn mit großer Arbeitsfreude und hoher Lernfähigkeit. Bei ausreichender Bewegung und Beschäftigung ist er zugleich ein anhänglicher und vielseitiger Familienhund.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Großbritannien
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 8 – Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
FCI-Standard Nr. 5
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Größe 38–41 cm
Gewicht 13–15 kg
Größenklasse Mittelgroß: 41–60 cm
Alternative Rassenamen English Cocker Spaniel; Englischer Cocker Spaniel; Cocker Spaniel; Cocker

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Hoch
Bewegungsbedarf Hoch
Trainierbarkeit Sehr hoch
Für Anfänger geeignet Ja
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Sehr hoch
Wohnungseignung Hoch
Alleinbleiben Mittel
Verträglichkeit mit Hunden Sehr hoch
Jagdtrieb Hoch
Bellneigung Mittel
Pflegeaufwand Hoch

Weitere Eigenschaften

Energielevel Hoch
Schutztrieb Gering
Fremdenfreundlichkeit Sehr hoch
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Mittel
Kälteverträglichkeit Hoch

Charakter & Wesen

Der English Cocker Spaniel ist fröhlich, freundlich, lebhaft und ausgesprochen menschenbezogen.

Typisch ist seine fast permanent wedelnde Rute, besonders wenn er einer interessanten Geruchsspur folgt.

Zu seiner Familie entwickelt er meist eine intensive Bindung und möchte am täglichen Leben beteiligt sein.

Gut sozialisierte Cocker zeigen sich gegenüber Menschen und anderen Hunden normalerweise freundlich.

Hinter dem charmanten Äußeren steckt allerdings ein echter Jagdhund. Besonders draußen können Gerüche und Wildspuren seine volle Aufmerksamkeit beanspruchen.

Arbeitslinien können erheblich temperamentvoller und anspruchsvoller sein als viele auf Ausstellung und Familienhaltung ausgerichtete Linien.

Haltung & Auslastung

Der English Cocker Spaniel benötigt deutlich mehr als kurze Spaziergänge um den Häuserblock.

Er liebt ausgedehnte Spaziergänge und Aktivitäten, bei denen er seine ausgezeichnete Nase einsetzen kann.

Besonders geeignet sind Dummyarbeit, Apportieren, Mantrailing, Fährtenarbeit, Suchspiele, Rally Obedience und Agility.

Auch Schwimmen bereitet vielen Cockern große Freude.

Seine ursprüngliche Spezialität ist die Stöberarbeit: Er sucht dichtes Gelände systematisch nach Wild ab und bringt es zum Auffliegen beziehungsweise Herauslaufen.

Nicht jagdlich geführte Hunde profitieren daher besonders von regelmäßiger Nasen- und Sucharbeit.

Erziehung & Training

Der English Cocker Spaniel ist intelligent, lernfreudig und meist ausgesprochen motivierbar.

Eine Erziehung mit positiver Verstärkung, klaren Regeln und abwechslungsreichem Training passt hervorragend zu ihm.

Seine Sensibilität macht grobe Trainingsmethoden unnötig und kontraproduktiv.

Besonderes Augenmerk sollte früh auf den Rückruf gelegt werden, da der Jagdtrieb deutlich ausgeprägt sein kann.

Auch Impulskontrolle und das ruhige Anzeigen beziehungsweise Ignorieren von Wildreizen sind sinnvoll.

Das Alleinbleiben sollte schrittweise trainiert werden, da viele Cocker sehr eng an ihren Menschen hängen.

Fell & Pflege

Felllänge Mittellang
Fellstruktur Seidig
Unterwolle Mittel
Haaren Mittel
Fellfarben Schwarz, Braun, Rot, Gold, Lohfarben
Allergiker-Eignung Eher gering

Gesundheit

Beim English Cocker Spaniel sind verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen bekannt.

Zu den wichtigen Augenerkrankungen gehört die progressive Retinaatrophie (PRA).

Auch die familiäre Nephropathie (FN), eine erbliche Nierenerkrankung, ist für die Rasse relevant. Für entsprechende genetische Varianten stehen DNA-Tests zur Verfügung.

Weitere mögliche Erkrankungen sind Hüftgelenksdysplasie (HD) und verschiedene Formen erblicher Katarakte.

Aufgrund der langen, dicht behaarten Hängeohren besteht außerdem eine erhöhte Neigung zu Gehörgangsentzündungen. Die Ohren sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Verantwortungsvolle Züchter nutzen entsprechende Gesundheitsuntersuchungen und verfügbare Gentests.

Herkunft & Geschichte

Spaniels besitzen in Großbritannien eine jahrhundertealte Jagdtradition.

Historisch wurden sie zunächst weniger nach klar definierten Rassen als nach Größe und Arbeitsaufgabe unterschieden.

Der Cocker entwickelte sich als vergleichsweise kleiner Stöberhund.

Seine besondere Aufgabe bestand darin, Wild in dichter Vegetation aufzuspüren und für den Jäger herauszutreiben.

Eng verbunden war er dabei mit der Jagd auf die Waldschnepfe, englisch „woodcock“.

Im 19. Jahrhundert wurden die unterschiedlichen Spanieltypen zunehmend systematisch voneinander getrennt und als eigenständige Rassen gezüchtet.

Besonderheiten

Der Name Cocker Spaniel hängt unmittelbar mit seiner ursprünglichen Jagdaufgabe zusammen.

Das englische „woodcock“ bezeichnet die Waldschnepfe. Hunde, die besonders für die Jagd auf dieses Wild eingesetzt wurden, wurden als „cocking spaniels“ beziehungsweise später als Cocker bezeichnet.

Ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist ihre fröhliche Körpersprache. Der FCI-Standard hebt ausdrücklich die unablässige Bewegung der Rute hervor, insbesondere bei der Arbeit auf einer Spur.

Interessant ist außerdem der Unterschied zwischen Show- und Working-Cockern.

Working Cocker Spaniels werden stark auf jagdliche Leistungsfähigkeit selektiert. Sie sind häufig leichter gebaut, besitzen weniger üppiges Fell und können einen enormen Arbeits- und Bewegungsdrang entwickeln.

Showlinien entsprechen optisch stärker dem klassischen Ausstellungsbild mit üppigerer Befederung.

Beide gehören jedoch grundsätzlich zum English Cocker Spaniel.

Vom American Cocker Spaniel ist die Rasse klar zu unterscheiden. Dieser entwickelte sich in den USA zu einem eigenständigen Typ und besitzt einen eigenen FCI-Standard.

Eine weniger erfreuliche Besonderheit ist der häufig verwendete Begriff „Cockerwut“ beziehungsweise „Rage Syndrome“. Dabei handelt es sich nicht um ein normales oder typisches Verhalten des Cockers. Plötzliche Aggressionsprobleme können unterschiedliche medizinische und verhaltensbedingte Ursachen besitzen und sollten fachkundig abgeklärt werden.

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