Schapendoes
Fröhlicher, intelligenter und ausgesprochen beweglicher niederländischer Hütehund mit langem, zotteligem Fell. Der Schapendoes ist lernfreudig, menschenbezogen und temperamentvoll und verbindet seine ursprünglichen Fähigkeiten als selbstständig arbeitender Schäferhund mit einem freundlichen Familiencharakter. Besonders auffällig sind seine enorme Sprungkraft und sein leichtfüßiger Bewegungsstil.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Schapendoes ist freundlich, lebhaft, intelligent und ausgesprochen menschenbezogen.
Zu seiner Familie entwickelt er meist eine enge Bindung und möchte möglichst an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen.
Sein Wesen ist typischerweise fröhlich und aufmerksam. Viele Vertreter behalten bis ins höhere Alter eine verspielte Art.
Gegenüber fremden Menschen zeigt er sich normalerweise freundlich bis zunächst etwas abwartend.
Ein ausgeprägter Schutztrieb gehört nicht zu seinen typischen Eigenschaften, seine Umwelt nimmt er jedoch aufmerksam wahr und kann Veränderungen zuverlässig melden.
Seine Vergangenheit als Hütehund zeigt sich in hoher Kooperationsbereitschaft, schneller Auffassungsgabe und einer gewissen Eigenständigkeit.
Haltung & Auslastung
Der Schapendoes benötigt täglich ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung.
Besonders geeignet sind Agility, Hoopers, Obedience, Rally Obedience, Treibball, Mantrailing, Nasenarbeit und Tricktraining.
Auch längere Wanderungen passen hervorragend zu dem ausdauernden Hund.
Seine besondere Stärke liegt in seiner Beweglichkeit. Er ist schnell, leichtfüßig und ausgesprochen sprungkräftig.
Körperliche Aktivität allein genügt allerdings nicht. Der intelligente Hütehund möchte regelmäßig Aufgaben lösen und mit seinem Menschen zusammenarbeiten.
Ebenso wichtig sind Ruhephasen, damit aus einem aktiven Hund kein permanent überdrehter Hund wird.
Erziehung & Training
Der Schapendoes gilt als sehr lernfähig und kooperativ.
Positive Verstärkung, abwechslungsreiche Übungen und gemeinsames Spiel funktionieren normalerweise hervorragend.
Seine Sensibilität macht unnötig harte Trainingsmethoden ungeeignet.
Der Hund sollte früh lernen, trotz interessanter Umweltreize aufmerksam bei seinem Menschen zu bleiben.
Auch Impulskontrolle, Ruhetraining und kontrolliertes Meldeverhalten sind sinnvoll.
Aufgrund seiner starken Menschenbezogenheit sollte das Alleinbleiben schrittweise aufgebaut werden.
Seine hohe Intelligenz macht das Training angenehm – bedeutet aber auch, dass der Schapendoes unerwünschte Routinen erstaunlich schnell lernen kann.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Schapendoes gilt insgesamt als robuste und vergleichsweise langlebige Hunderasse.
Dennoch können verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen auftreten.
Besonders relevant ist eine Form der progressiven Retinaatrophie (PRA), die zum fortschreitenden Verlust des Sehvermögens führen kann. Für eine beim Schapendoes bekannte genetische Variante stehen DNA-Untersuchungen zur Verfügung.
Auch Hüftgelenksdysplasie (HD) kann vorkommen.
Weitere Augenuntersuchungen sind im Rahmen verantwortungsvoller Zucht ebenfalls sinnvoll.
Das lange, dichte Fell sollte regelmäßig bis auf die Haut kontrolliert werden, da Verletzungen, Zecken oder Hautveränderungen darunter leicht übersehen werden können.
Herkunft & Geschichte
Der Schapendoes stammt aus den Niederlanden.
Hunde dieses Typs waren insbesondere im 19. und frühen 20. Jahrhundert auf niederländischen Bauernhöfen und in Heidelandschaften verbreitet.
Sie begleiteten Schäfer und halfen beim Hüten von Schafherden.
Dabei stand nicht das äußere Erscheinungsbild, sondern die praktische Arbeitsleistung im Mittelpunkt.
Entsprechend existierten verschiedene regionale zottelige Hütehundtypen.
Mit der Modernisierung der Landwirtschaft verloren diese Hunde zunehmend ihre traditionelle Aufgabe.
Während des Zweiten Weltkriegs ging der Bestand zusätzlich stark zurück.
Besonderheiten
Eine zentrale Persönlichkeit in der Geschichte des modernen Schapendoes war der niederländische Kynologe P. M. C. Toepoel.
Er setzte sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg dafür ein, verbliebene Hunde des ursprünglichen Typs aufzuspüren und die Rasse zu erhalten.
Aus diesen Hunden wurde die heutige Population wieder aufgebaut.
Interessant ist auch die Verwandtschaft beziehungsweise typologische Nähe zu anderen europäischen zotteligen Hütehunden.
Dazu gehören beispielsweise Bearded Collie, Polski Owczarek Nizinny, Briard und Bergamasker. Sie gehören zu einer größeren europäischen Tradition langhaariger Schäferhunde, ohne deshalb einfach Varianten derselben Rasse zu sein.
Eine besondere körperliche Fähigkeit des Schapendoes ist seine Sprungkraft.
Bei der traditionellen Hütearbeit musste er sich schnell und geschickt über unebenes Gelände bewegen können. Seine leichte Konstruktion und kräftige Hinterhand ermöglichen beeindruckende Sprünge.
Das erklärt auch, warum Schapendoes heute häufig Freude an Agility und vergleichbaren Hundesportarten haben.
Optisch wirkt der Hund durch sein üppiges Fell deutlich massiver, als er tatsächlich ist. Unter dem zotteligen Haarkleid steckt ein leichter, athletischer und ausgesprochen beweglicher Hütehund.
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