Pumi
DOG ROYAL HUNDERASSEN

Pumi

Temperamentvoller, intelligenter und ausgesprochen wendiger ungarischer Hüte- und Treibhund mit charakteristischen halb aufgerichteten Ohren und lockigem Fell. Der Pumi ist aufmerksam, arbeitsfreudig und kommunikativ und besitzt trotz seiner kompakten Größe enorme Energie. Er eignet sich besonders für aktive Menschen, die Freude an Training und Hundesport haben.

Auf einen Blick

Ursprungsland (FCI) Ungarn
FCI-Gruppe FCI-Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde
FCI-Standard Nr. 56
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Größe 38–47 cm
Gewicht 8–15 kg
Größenklasse Mittelgroß: 41–60 cm
Alternative Rassenamen Pumi; Ungarischer Pumi; Hungarian Pumi

Passt diese Rasse zu mir?

Aktivitätslevel Sehr hoch
Bewegungsbedarf Sehr hoch
Trainierbarkeit Sehr hoch
Für Anfänger geeignet Bedingt
Familiengeeignet Ja
Kinderfreundlichkeit Hoch
Wohnungseignung Mittel
Alleinbleiben Gering
Verträglichkeit mit Hunden Hoch
Jagdtrieb Mittel
Bellneigung Sehr hoch
Pflegeaufwand Mittel

Weitere Eigenschaften

Energielevel Sehr hoch
Schutztrieb Mittel
Fremdenfreundlichkeit Mittel
Sabberneigung Gering
Hitzeverträglichkeit Mittel
Kälteverträglichkeit Hoch

Charakter & Wesen

Der Pumi ist lebhaft, intelligent, neugierig und ausgesprochen aufmerksam.

Er reagiert schnell auf Veränderungen in seiner Umgebung und besitzt einen ausgeprägten Wach- und Meldeinstinkt.

Zu seinen Menschen entwickelt er meist eine enge Bindung. Gleichzeitig ist er selbstbewusst und durchaus eigenständig.

Der Pumi gilt als ausgesprochen kommunikativer Hund. Er setzt nicht nur seine Stimme, sondern auch Körpersprache und Mimik intensiv ein.

Gegenüber fremden Menschen kann er zunächst reserviert sein.

Sein temperamentvolles Wesen macht ihn zu einem unterhaltsamen Begleiter, bedeutet aber auch, dass er eine Aufgabe und klare Strukturen benötigt.

Haltung & Auslastung

Der Pumi besitzt einen sehr hohen Beschäftigungsbedarf.

Er ist schnell, wendig und ausgesprochen sprungkräftig.

Besonders geeignet sind Agility, Obedience, Rally Obedience, Hoopers, Treibball, Hütearbeit, Mantrailing und Tricktraining.

Auch längere Wanderungen und gemeinsame sportliche Aktivitäten können ihm große Freude bereiten.

Seine körperliche Auslastung sollte immer mit geistiger Beschäftigung kombiniert werden.

Genauso wichtig ist allerdings das Erlernen von Ruhe. Ein junger Pumi, der ständig beschäftigt wird, kann sich zu einem Hund entwickeln, der kaum noch selbstständig abschalten kann.

Erziehung & Training

Der Pumi besitzt eine außergewöhnlich schnelle Auffassungsgabe.

Neue Übungen versteht er häufig innerhalb weniger Wiederholungen.

Positive Verstärkung und abwechslungsreiches Training passen hervorragend zu ihm.

Monotone Wiederholungen langweilen den intelligenten Hütehund dagegen schnell.

Besondere Aufmerksamkeit verdient seine Bellfreude. Bei der traditionellen Treibarbeit war die Stimme ausdrücklich erwünscht und wurde genutzt, um Vieh zu bewegen.

Im heutigen Alltag sollte früh trainiert werden, wann Melden erlaubt ist und wann Ruhe erwartet wird.

Auch Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und Entspannungstraining sind wichtig.

Fell & Pflege

Felllänge Mittellang
Fellstruktur Lockig
Unterwolle Mittel
Haaren Gering
Fellfarben Schwarz, Weiß, Grau, Falbfarben
Allergiker-Eignung Bedingt

Gesundheit

Der Pumi gilt insgesamt als robuste und langlebige Hunderasse.

Dennoch können verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen auftreten.

Dazu gehören Hüftgelenksdysplasie (HD) und Patellaluxation.

Eine für die Rasse relevante genetische Erkrankung ist die Degenerative Myelopathie (DM).

Außerdem kommt Primäre Linsenluxation (PLL) vor, eine erbliche Augenerkrankung, bei der sich die Augenlinse aus ihrer normalen Position lösen kann.

Für verschiedene genetische Erkrankungen stehen DNA-Tests zur Verfügung.

Verantwortungsvolle Züchter sollten neben genetischen Untersuchungen auch auf einen funktionalen Körperbau und genetische Vielfalt achten.

Herkunft & Geschichte

Der Pumi entstand in Ungarn und ist eng mit dem bereits angelegten Puli verwandt.

Seine Entwicklung begann vermutlich im 17. und 18. Jahrhundert.

Ungarische Pulis wurden mit verschiedenen aus West- und Mitteleuropa eingeführten Hüte- und Treibhunden gekreuzt.

Dabei dürften insbesondere terrierähnliche Hunde einen Einfluss auf Erscheinungsbild und Temperament gehabt haben.

Über lange Zeit wurden Puli und Pumi nicht konsequent als getrennte Rassen betrachtet.

Erst im frühen 20. Jahrhundert begann eine systematische kynologische Trennung.

Der Pumi entwickelte sich insbesondere zu einem vielseitigen Treibhund für Rinder, Schafe und Schweine.

Besonderheiten

Das auffälligste Merkmal des Pumi sind seine halb aufgerichteten Ohren.

Die unteren Bereiche stehen aufrecht, während das obere Drittel nach vorne beziehungsweise seitlich kippt. Zusammen mit dem lockigen Fell verleihen sie ihm seinen charakteristischen, beinahe schelmischen Gesichtsausdruck.

Puli und Pumi werden aufgrund ihrer Namen gelegentlich verwechselt, unterscheiden sich optisch jedoch erheblich:

Puli: langes Schnürenfell, eher rundliche Silhouette.

Pumi: kürzeres Lockenfell, markante halb aufgerichtete Ohren und terrierähnlicher Ausdruck.

Auch historisch besitzt der Pumi eine interessante Besonderheit. Obwohl Terrier vermutlich Einfluss auf seine Entwicklung hatten und sein Erscheinungsbild teilweise terrierartig wirkt, ist er kein Terrier, sondern ein Hüte- und Treibhund.

Seine enorme Beweglichkeit macht ihn heute zu einem hervorragenden Hundesportler. Insbesondere im Agility kann die Kombination aus Schnelligkeit, Wendigkeit, Sprungkraft und hoher Trainierbarkeit hervorragend zur Geltung kommen.

Die Rasse ist außerhalb Ungarns weiterhin vergleichsweise selten.

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