Lhasa Apso
Kleiner, selbstbewusster und wachsamer Begleithund tibetischen Ursprungs mit langem Haarkleid, ausgeprägter Persönlichkeit und enger Bindung an seine Bezugspersonen. Trotz seiner geringen Größe ist der Lhasa Apso kein typischer Schoßhund, sondern ein eigenständiger und aufmerksamer Charakter.
Auf einen Blick
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Weitere Eigenschaften
Charakter & Wesen
Der Lhasa Apso ist selbstbewusst, intelligent und ausgesprochen aufmerksam. Trotz seiner geringen Körpergröße besitzt er eine bemerkenswert eigenständige Persönlichkeit.
Zu seinen Bezugspersonen entwickelt er meist eine enge und loyale Bindung. Fremden Menschen gegenüber verhält er sich dagegen häufig zunächst reserviert und beobachtend.
Diese Wachsamkeit gehört zu seinem ursprünglichen Wesen. Lhasa Apsos wurden über Jahrhunderte nicht ausschließlich als Begleithunde gehalten, sondern dienten auch als aufmerksame Meldehunde.
Der Lhasa Apso entscheidet gerne selbst, wem er Vertrauen schenkt. Dadurch wirkt er manchmal etwas distanziert, ohne grundsätzlich unfreundlich zu sein.
Haltung & Auslastung
Der Lhasa Apso besitzt einen moderaten Bewegungsbedarf und lässt sich hervorragend in einer Wohnung halten.
Tägliche Spaziergänge sind dennoch selbstverständlich. Viele Lhasa Apsos sind deutlich bewegungsfreudiger, als ihr dekoratives Erscheinungsbild vermuten lässt.
Suchspiele, Tricktraining und kleine Aufgaben sorgen für zusätzliche geistige Beschäftigung.
Besonders aufwendig ist dagegen die Fellpflege. Wird das Fell lang getragen, muss es regelmäßig gründlich gebürstet und gekämmt werden, um Verfilzungen zu verhindern.
Viele als Familienhunde gehaltene Lhasa Apsos tragen deshalb einen kürzeren, praktischeren Haarschnitt. Auch dann bleibt regelmäßige Pflege notwendig.
Erziehung & Training
Der Lhasa Apso ist intelligent, aber eigenständig. Seine historische Aufgabe erforderte Aufmerksamkeit und selbstständige Entscheidungen – Eigenschaften, die bis heute deutlich vorhanden sind.
Positive Verstärkung, Geduld und kurze Trainingseinheiten funktionieren meist besser als monotone Wiederholungen.
Trotz seiner geringen Größe benötigt er klare Regeln. Wird ihm aufgrund seiner Größe jedes Verhalten erlaubt, können Bellfreude und territoriales Verhalten problematisch werden.
Besonders sinnvoll ist eine frühe Sozialisation mit unterschiedlichen Menschen und Alltagssituationen.
Auch Bürsten, Kämmen, Augenpflege, Pfotenkontrolle und andere Pflegemaßnahmen sollten bereits im Welpenalter positiv aufgebaut werden.
Fell & Pflege
Gesundheit
Der Lhasa Apso gilt grundsätzlich als relativ langlebige Rasse. Dennoch können verschiedene erblich beeinflusste Erkrankungen auftreten.
Zu den wichtigen gesundheitlichen Themen gehören verschiedene Augenerkrankungen, darunter progressive Retinaatrophie (PRA).
Auch Patellaluxation kann auftreten.
Innerhalb der Rasse sind zudem bestimmte Nierenerkrankungen bekannt.
Aufgrund des üppigen Haars im Gesichtsbereich sollten Augen regelmäßig kontrolliert und sauber gehalten werden.
Obwohl der Lhasa Apso einen relativ kurzen Fang besitzt, sollte bei der Zucht auf eine funktionale Kopfform mit freien Atemwegen und offenen Nasenlöchern geachtet werden.
Herkunft & Geschichte
Der Lhasa Apso stammt aus Tibet und gehört zu den sehr alten asiatischen Begleithunderassen.
Über Jahrhunderte wurden Hunde dieses Typs insbesondere in tibetischen Klöstern und den Häusern hochgestellter Persönlichkeiten gehalten.
Ihre Aufgabe bestand nicht nur darin, Gesellschaft zu leisten. Die kleinen Hunde fungierten innerhalb von Gebäuden als äußerst aufmerksame Meldehunde.
Größere tibetische Hunde konnten außerhalb der Gebäude Wachdienste übernehmen, während die kleinen Lhasa Apsos innerhalb der Anlagen auf ungewöhnliche Geräusche oder Besucher aufmerksam machten.
Der Name der Rasse verweist auf Lhasa, die historische Hauptstadt Tibets.
Im frühen 20. Jahrhundert gelangten erste Hunde nach Großbritannien und später in weitere westliche Länder.
Besonderheiten
In Tibet wurde der Lhasa Apso traditionell als besonderer und wertvoller Hund angesehen.
Eine interessante Besonderheit ist seine historische Verbindung zum Dalai Lama. Lhasa Apsos wurden teilweise als wertvolle Geschenke an ausgewählte Personen übergeben.
Die Rasse wurde im Westen zunächst teilweise gemeinsam mit anderen tibetischen Hunden unter Bezeichnungen wie Lhasa Terrier geführt, obwohl sie kynologisch kein Terrier ist.
Erst später wurden Lhasa Apso und Tibet Terrier klar voneinander getrennt.
Das lange Fell hatte in der tibetischen Heimat eine praktische Funktion: Es bot Schutz gegen das raue Klima mit kalten Wintern und erheblichen Temperaturschwankungen.
Bemerkenswert ist außerdem die Lebenserwartung. Lhasa Apsos gehören zu den vergleichsweise langlebigen Hunderassen; einzelne Tiere können deutlich älter als 15 Jahre werden.
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